Gin
Gin kaufen – Wacholder, Botanicals & Gin-Stile verstehen
Gin gehört zu den vielfältigsten aromatisierten Spirituosen überhaupt. Sein gemeinsamer Nenner ist Wacholder, doch schon bei Herstellung, Botanical-Auswahl und Destillationsweise entstehen völlig unterschiedliche Stile.
Gin kann klassisch wacholderbetont, zitrisch, floral, kräuterig, würzig, erdig oder ausgesprochen trocken wirken. Historische Stile wie Old Tom, moderne Interpretationen, fassgereifte Gins und ginbasierte Liköre erweitern die Bandbreite zusätzlich.
Dieses Gin-Lexikon erklärt die Unterschiede zwischen Gin, Distilled Gin, Dry Gin, London Dry Gin, Old Tom, Cordial Gin, Reserve Gin, Genever, Sloe Gin und Gin-Likör.
Was ist Gin?
Gin ist nach europäischem Recht eine Spirituose, die durch Aromatisierung von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren hergestellt wird.
Entscheidend ist: Der Geschmack von Wacholder muss vorherrschend bleiben.
Neben Wacholder dürfen zahlreiche weitere Aromen beziehungsweise natürliche Botanicals verwendet werden – je nach Gin-Kategorie und Herstellungsweise.
Der Mindestalkoholgehalt von Gin beträgt in der EU 37,5 % vol..
Ist jeder Gin destilliert?
Nein.
Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied: Gin ist die Oberkategorie. Ein Gin kann durch Aromatisierung eines geeigneten landwirtschaftlichen Neutralalkohols mit Wacholder und weiteren zulässigen Aromen entstehen.
Distilled Gin und London Gin unterliegen dagegen zusätzlichen Destillationsvorgaben.
Die rechtlichen Gin-Kategorien in der EU
Das europäische Spirituosenrecht unterscheidet insbesondere drei Ebenen:
- Gin
- Distilled Gin
- London Gin
Begriffe wie Old Tom, Cordial oder Reserve Gin sind dagegen keine eigenständigen EU-Spirituosenkategorien auf derselben gesetzlichen Ebene.
Was ist einfacher Gin?
Gin entsteht aus landwirtschaftlichem Ethylalkohol, der mit Wacholder und weiteren zulässigen Aromastoffen beziehungsweise Aromaextrakten aromatisiert wird.
Eine erneute Destillation mit den Botanicals ist für die Grundkategorie Gin nicht zwingend vorgeschrieben.
Deshalb gibt es auch sogenannte Compound Gins, bei denen die Aromatik durch Mazeration, Essenzen oder andere erlaubte Verfahren eingebracht wird.
Was ist Distilled Gin?
Distilled Gin unterliegt strengeren Regeln.
Er wird unter anderem durch erneute Destillation von landwirtschaftlichem Ethylalkohol in Gegenwart von Wacholderbeeren und anderen natürlichen Botanicals hergestellt.
Der verwendete Alkohol muss vor der Aromadestillation ursprünglich mindestens 96 % vol. besitzen.
Auch hier muss Wacholder im Gesamtgeschmack dominieren.
Darf Distilled Gin nach der Destillation aromatisiert werden?
Ja.
Das ist einer der entscheidenden Unterschiede zum London Gin.
Bei Distilled Gin dürfen nach der eigentlichen Botanical-Destillation unter den gesetzlichen Voraussetzungen weitere zulässige Aromastoffe oder Aromaextrakte hinzugefügt werden.
Dadurch besitzt der Produzent deutlich mehr Freiheit bei der nachträglichen Gestaltung des Aromaprofils.
Was bedeutet Dry Gin?
Dry ist im EU-Recht vor allem eine Aussage über die zulässige Süßung.
Ein Gin oder Distilled Gin darf die Bezeichnung Dry tragen, wenn höchstens 0,1 g zugesetzte süßende Erzeugnisse pro Liter, ausgedrückt als Invertzucker, enthalten sind.
Dry Gin bedeutet deshalb nicht automatisch, dass alle Botanicals gemeinsam destilliert wurden.
Und genau deshalb sind Dry Gin und London Dry Gin nicht dasselbe.
London Dry Gin – die strengste klassische Gin-Kategorie
Was ist London Dry Gin?
London Gin ist eine besondere Form des Distilled Gin mit deutlich strengeren Herstellungsregeln.
Der Geschmack muss ausschließlich dadurch entstehen, dass der landwirtschaftliche Ethylalkohol in Gegenwart aller verwendeten natürlichen pflanzlichen Stoffe destilliert wird.
Alle Botanicals, die den Gin aromatisch prägen sollen, müssen also gemeinsam in diesem Destillationsvorgang berücksichtigt werden.
Nachträglich darf die Aromatik nicht noch einmal mit weiteren Botanicals, Essenzen oder Aromastoffen verändert werden.
Werden Botanicals bei London Dry nur einmal hinzugegeben?
Im entscheidenden Sinne: ja.
Die gesamte pflanzliche Aromatik des London Gin muss aus der Destillation des Neutralalkohols in Gegenwart aller verwendeten natürlichen Botanicals stammen.
Nach dieser Aromadestillation dürfen keine weiteren Botanicals zur geschmacklichen Veränderung hinzugefügt werden.
Das unterscheidet London Gin deutlich von einem normalen Distilled Gin, bei dem eine spätere zulässige Aromatisierung möglich sein kann.
Welche weiteren Regeln gelten für London Gin?
- Der verwendete landwirtschaftliche Ethylalkohol muss besonders strenge Reinheitsanforderungen erfüllen.
- Das Destillat nach der Botanical-Destillation muss mindestens 70 % vol. besitzen.
- London Gin darf nicht gefärbt werden.
- Es dürfen maximal 0,1 g/l süßende Erzeugnisse zugesetzt werden.
- Nach der Aromadestillation dürfen keine weiteren aromagebenden Zutaten ergänzt werden.
- Wasser darf zur Einstellung der Trinkstärke verwendet werden.
- Die Mindestabfüllstärke beträgt 37,5 % vol..
Muss London Dry Gin aus London kommen?
Nein.
London Gin bezeichnet eine Herstellungsweise, keine geografische Herkunft.
Ein London Dry Gin kann daher auch in Deutschland, Spanien oder einem anderen Land hergestellt werden, sofern sämtliche gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.
London Gin oder London Dry Gin?
London Gin erfüllt aufgrund seiner ohnehin sehr geringen zulässigen Süßung bereits die entsprechenden Anforderungen.
Der Begriff darf deshalb durch Dry ergänzt werden.
Im Handel ist die Bezeichnung London Dry Gin besonders verbreitet.
Botanicals – die Aromenküche des Gin
Was sind Botanicals?
Als Botanicals bezeichnet man pflanzliche Zutaten, die zur Aromatisierung von Gin verwendet werden.
Dazu gehören unter anderem:
- Wacholderbeeren,
- Koriandersaat,
- Angelikawurzel,
- Orriswurzel,
- Zitronenschale,
- Orangenschale,
- Kardamom,
- Pfeffer,
- Zimt,
- Lakritz,
- Kräuter,
- Blüten,
- Früchte und weitere regionale Pflanzen.
Die Zahl der Botanicals allein sagt nichts über Qualität aus. Entscheidend ist ihre Balance.
Warum muss Wacholder dominieren?
Wacholder ist das definierende Aroma von Gin.
Ein Produkt kann noch so viele ausgefallene Botanicals enthalten – wenn Wacholder im Gesamtgeschmack nicht mehr vorherrschend ist, erfüllt es die zentrale Definition von Gin nicht.
Wie schmeckt Wacholder?
Wacholder kann harzige, pinienartige, würzige, erdige und leicht zitrische Eindrücke zeigen.
Je nach Herkunft, Ernte und Verarbeitung können Wacholderbeeren unterschiedlich wirken.
Welche Rolle spielt Koriander?
Koriandersaat gehört neben Wacholder zu den klassischen Gin-Botanicals.
Sie kann zitrische, würzige und leicht pfeffrige Noten beitragen und verbindet häufig verschiedene Botanicals miteinander.
Warum verwendet man Wurzeln?
Angelika- und Orriswurzel können erdige, trockene und würzige Noten beitragen.
Gleichzeitig dienen sie in vielen klassischen Rezepturen als aromatische Verbindung zwischen Wacholder, Zitrus und Gewürzen.
Wie wird Gin hergestellt?
Mazeration
Bei der Mazeration liegen Botanicals für eine bestimmte Zeit im Alkohol und geben dabei Aromastoffe ab.
Der aromatisierte Alkohol kann anschließend erneut destilliert werden.
Mazerationsdauer und Alkoholstärke beeinflussen, welche Bestandteile aus den Pflanzen gelöst werden.
Direkte Destillation
Bei vielen Gins werden die Botanicals direkt zusammen mit Alkohol und Wasser in der Brennblase destilliert.
Flüchtige Aromastoffe verdampfen und gelangen mit dem Alkoholdampf in das fertige Destillat.
Vapour Infusion
Bei der Vapour Infusion liegen die Botanicals nicht unbedingt direkt in der Flüssigkeit.
Stattdessen strömen Alkoholdämpfe durch einen Korb oder eine Kammer mit den pflanzlichen Zutaten.
Dabei nehmen die Dämpfe besonders flüchtige Aromen auf.
Diese Methode kann besonders feine und präzise Aromaprofile fördern.
Was ist eine Carter Head Still?
Eine Carter-Head-Anlage verbindet Elemente unterschiedlicher Destillationssysteme und ermöglicht unter anderem eine Aromatisierung über Botanical-Körbe im Dampfstrom.
Sie ist besonders bekannt aus der Herstellung bestimmter moderner und klassischer Gins.
Ist mehrfach destillierter Gin besser?
Nein.
Die Zahl der Destillationen ist kein allgemeines Qualitätsmerkmal.
Entscheidend ist, welche Aromatik und Reinheit der Hersteller erreichen möchte.
Dry Gin, London Dry, Old Tom & weitere Gin-Stile
Dry Gin
Dry Gin ist praktisch ungesüßt.
Die EU erlaubt höchstens 0,1 g zugesetzte süßende Erzeugnisse je Liter Fertigprodukt, ausgedrückt als Invertzucker.
Die Bezeichnung Dry sagt jedoch nicht automatisch etwas darüber aus, wann die Botanicals eingesetzt wurden.
London Dry Gin
London Dry ist strenger: Alle aromagebenden natürlichen Botanicals müssen im gemeinsamen Destillationsprozess berücksichtigt werden.
Danach dürfen keine weiteren Botanicals oder Aromen zur geschmacklichen Veränderung hinzukommen.
Er ist praktisch ungesüßt und darf nicht gefärbt werden.
Was ist Old Tom Gin?
Old Tom Gin ist ein historischer Gin-Stil, der besonders mit dem England des 18. und 19. Jahrhunderts verbunden ist.
Er wird häufig etwas weicher und süßer interpretiert als ein klassischer Dry Gin.
Historische Old-Tom-Stile bildeten gewissermaßen eine Brücke zwischen malzigeren Wacholderspirituosen und dem späteren trockenen Gin-Stil.
Wichtig: Old Tom ist keine eigenständige, EU-weit exakt definierte Gin-Kategorie.
Produzenten können den historischen Stil deshalb unterschiedlich interpretieren.
Ist Old Tom immer süß?
Old Tom wird traditionell häufig als etwas süßer und runder beschrieben.
Es existiert jedoch keine universelle gesetzliche Zuckergrenze, die jeden Old Tom weltweit definiert.
Die konkrete Süße kann daher deutlich von Produkt zu Produkt variieren.
Was ist Cordial Gin?
Cordial Gin ist ebenfalls ein historisch geprägter Begriff, der häufig für weichere, gesüßte oder likörartigere Gin-Interpretationen verwendet wird.
„Cordial“ bedeutete historisch häufig ein gesüßtes, aromatisches alkoholisches Getränk.
Heute ist Cordial Gin keine einheitlich definierte EU-Gin-Kategorie.
Bei solchen Produkten lohnt deshalb ein Blick auf die tatsächliche Verkehrsbezeichnung und Zusammensetzung.
Old Tom oder Cordial Gin?
Beide Begriffe können mit weicheren und süßeren historischen Gin-Stilen verbunden sein.
Old Tom besitzt jedoch eine besonders ausgeprägte historische Verbindung zur englischen Gin-Kultur.
Cordial Gin wird weniger einheitlich verwendet und kann stilistisch stärker in Richtung gesüßter Gin-Spezialität gehen.
Reserve Gin & Barrel Aged Gin
Was ist Reserve Gin?
Begriffe wie Reserve Gin, Reserved Gin oder Barrel Aged Gin werden für Gins verwendet, die nach ihrer Herstellung eine Zeit im Holzfass verbringen.
Die Fassreife kann Vanille, Karamell, Gewürze, Holz, Toast oder Trockenfrucht ergänzen.
Dadurch nähert sich der Gin sensorisch teilweise stärker gereiften Spirituosen an.
Ist Reserve Gin gesetzlich definiert?
Nein.
„Reserve“, „Reserved“ oder „Barrel Aged“ sind keine EU-Gin-Kategorien mit einheitlich vorgeschriebener Mindestfassreife.
Deshalb sollte man darauf achten, wie lange und in welcher Fassart der konkrete Gin tatsächlich gelagert wurde.
Welche Fässer werden für Gin verwendet?
Fassgereifte Gins können beispielsweise in ehemaligen Whisky-, Bourbon-, Wein-, Sherry- oder anderen Fässern lagern.
Dadurch entstehen völlig unterschiedliche Aromenkombinationen aus Botanicals und Fassreifung.
Genever – der historische Verwandte des Gin
Was ist Genever?
Genever, auch Jenever oder Genever geschrieben, ist eine traditionelle Wacholderspirituose aus dem niederländisch-belgischen Raum.
Genever steht historisch in enger Verbindung zur Entwicklung des Gin, ist aber eine eigenständige Spirituosenfamilie.
Ist Genever einfach holländischer Gin?
Nein.
Genever besitzt eine eigene Tradition und kann durch den Einsatz von sogenanntem Moutwijn beziehungsweise malt wine deutlich malziger und getreidebetonter wirken.
Dadurch kann Genever sensorisch zwischen Gin und ungereiftem Whisky beziehungsweise Getreidespirituose angesiedelt wirken.
Jonge und Oude Genever
Bei Genever begegnen die Begriffe Jonge und Oude.
Sie bedeuten nicht schlicht „jung“ und „alt“ im Sinne einer Altersangabe.
Die Begriffe beziehen sich historisch vielmehr auf unterschiedliche Herstellungsstile und Rezepturen.
Wie schmeckt Genever?
Genever kann je nach Stil malzig, getreidig, würzig, wacholderbetont oder leicht süßlich wirken.
Einige Varianten werden zudem im Holzfass gereift.
Sloe Gin & Gin-Likör
Was ist Sloe Gin?
Sloe Gin ist trotz seines Namens kein klassischer Gin, sondern rechtlich eine eigene Likörkategorie.
Er entsteht durch Mazeration von Schlehen in Gin und gegebenenfalls Schlehensaft.
Dadurch erhält er seine typische rote Farbe und eine fruchtig-herbe, oft deutlich süßere Aromatik.
Warum heißt Sloe Gin trotzdem Gin?
Der Name ist historisch gewachsen.
Ausgangspunkt ist Gin, der mit Schlehen aromatisiert wird.
Das Ergebnis entspricht jedoch nicht der normalen rechtlichen Gin-Kategorie, sondern einem Likör.
Was ist ein Gin-Likör?
Gin-Likör ist ein gesüßtes alkoholisches Produkt auf Ginbasis, das häufig mit Früchten, Kräutern oder anderen Aromen kombiniert wird.
Der Zuckergehalt liegt deutlich über dem eines Dry Gin oder London Dry Gin.
Auch der Alkoholgehalt kann niedriger liegen als bei klassischem Gin.
Sloe Gin oder Gin-Likör?
Sloe Gin ist eine spezielle, traditionell definierte Schlehenlikör-Kategorie.
Gin-Likör ist dagegen ein weiter gefasster Begriff für süße Produkte auf Ginbasis.
Moderne Gin-Stile
Was ist New Western Gin?
New Western Gin beziehungsweise Contemporary Gin ist keine gesetzlich definierte Kategorie.
Gemeint sind häufig moderne Gins, bei denen Wacholder zwar weiterhin erkennbar sein muss, andere Botanicals jedoch stärker in den Vordergrund treten.
Zitrus, Blüten, Kräuter oder regionale Pflanzen können dabei den Stil dominanter prägen als bei einem klassisch britischen Dry Gin.
Was ist Navy Strength Gin?
Navy Strength bezeichnet besonders hochprozentigen Gin.
Historisch ist der Begriff mit der britischen Marine und hochprozentigen Spirituosen verbunden.
Heute werden entsprechende Gins häufig mit ungefähr 57 % vol. oder etwas darüber abgefüllt.
Es handelt sich jedoch nicht um eine eigene EU-Gin-Kategorie.
Was ist Pink Gin?
Pink Gin kann unterschiedliche Dinge bedeuten.
Historisch bezeichnete Pink Gin einen Drink aus Gin und Bitters.
Heute werden unter diesem Namen häufig rosafarbene, fruchtbetonte Ginprodukte angeboten.
Entscheidend ist deshalb die konkrete Verkehrsbezeichnung auf der Flasche.
Gin Tonic – welcher Gin passt zu welchem Tonic?
Ein Gin Tonic besteht nur aus wenigen Komponenten. Deshalb prägt die Kombination aus Gin und Tonic das Ergebnis besonders stark.
Klassischer London Dry Gin
Wacholderbetonte, trockene Gins funktionieren häufig besonders gut mit einem klassischen Indian Tonic.
Die Bitterkeit des Chinins ergänzt Wacholder, Zitrus und Gewürz.
Zitrusbetonter Gin
Zitrische Gins können gut mit trockenen und eher neutralen Tonics funktionieren, die die vorhandene Frucht nicht überdecken.
Floraler Gin
Bei floralen Gins sollte das Tonic möglichst nicht zu dominant sein.
Ein zurückhaltendes, trockenes Tonic lässt Blütenaromen besser zur Geltung kommen.
Würziger Gin
Gins mit Pfeffer, Kardamom, Kräutern oder kräftigen Gewürzen vertragen häufig ebenfalls ein trockenes, klares Tonic.
Wie viel Tonic gehört in einen Gin Tonic?
Das hängt von Gin, Alkoholstärke und persönlichem Geschmack ab.
Zu viel Tonic kann feine Gin-Aromen überdecken.
Wer einen hochwertigen Gin kennenlernen möchte, beginnt besser mit weniger Tonic und gibt bei Bedarf mehr hinzu.
Welche Garnitur gehört in Gin Tonic?
Die Garnitur sollte die vorhandene Aromatik unterstützen und nicht gegen sie arbeiten.
- Zitrone oder Grapefruit zu zitrischen Gins,
- Kräuter zu kräuterbetonten Gins,
- Gewürze zu würzigen Gins,
- zurückhaltende Garnitur bei komplexen Gins.
Mehr Dekoration bedeutet dabei nicht automatisch mehr Geschmack.
Gin in klassischen Cocktails
Dry Martini
Der Martini gehört zu den puristischsten Gin-Cocktails.
Gin und trockener Wermut stehen nahezu unverdeckt nebeneinander.
Ein klassischer London Dry eignet sich deshalb besonders gut, wenn Wacholder und trockene Kräuteraromatik im Mittelpunkt stehen sollen.
Negroni
Beim Negroni treffen Gin, Bitterlikör und roter Wermut aufeinander.
Ein kräftiger, wacholderbetonter Gin kann sich gegen die intensiven Bitter- und Wermutaromen besser behaupten.
Tom Collins
Gin, Zitrone, Zucker und Soda ergeben einen frischen, geradlinigen Klassiker.
Old Tom kann für eine historisch orientierte Variante besonders interessant sein.
Gimlet
Der Gimlet kombiniert Gin mit Limette und Süße.
Trockene, zitrische oder deutlich wacholderbetonte Gins funktionieren besonders gut.
Gin Fizz
Gin, Zitrus, Zucker und Kohlensäure ergeben einen leichten und erfrischenden Drink.
Gerade klassische Dry Gins bringen genügend Struktur mit, um trotz Verdünnung präsent zu bleiben.
Gin pur genießen
Kann man Gin pur trinken?
Ja.
Gerade hochwertige, charaktervolle Gins lassen sich sehr gut pur verkosten.
Dadurch lässt sich deutlich besser erkennen, wie Wacholder, Botanicals und Alkohol miteinander zusammenspielen.
Welche Trinktemperatur ist ideal?
Wer Gin sensorisch beurteilen möchte, sollte ihn nicht eiskalt servieren.
Sehr niedrige Temperaturen unterdrücken Aromen.
Für den puren Genuss eignet sich eine leicht gekühlte bis moderate Temperatur.
Welches Glas eignet sich für Gin?
Für die puristische Verkostung eignet sich ein tulpenförmiges Nosing-Glas.
Beim Gin Tonic sind große Ballon- oder Highball-Gläser verbreitet.
Wichtig ist ausreichend Platz für Eis und Mixer, ohne das Aroma unnötig stark zu verdünnen.
Wie lagert man Gin?
Gin sollte aufrecht, dunkel und ohne starke Temperaturschwankungen gelagert werden.
Direkte Sonne und starke Wärme können die Aromatik langfristig beeinträchtigen.
Die Flasche sollte gut verschlossen bleiben, um Verdunstung und Aromaverlust zu minimieren.
Wird Gin in der Flasche besser?
Nein.
Gin reift nach der Abfüllung nicht wie Wein oder eine Spirituose im Fass weiter.
Gute Lagerung dient deshalb vor allem dem Erhalt des bestehenden Aromaprofils.
Wie lange hält geöffneter Gin?
Klassischer hochprozentiger Gin verdirbt nach dem Öffnen normalerweise nicht kurzfristig.
Mit zunehmendem Luftkontakt können besonders feine und flüchtige Botanicals über längere Zeit an Intensität verlieren.
Welcher Gin passt zu meinem Geschmack?
- Klassisch und wacholderbetont: London Dry Gin.
- Sehr trocken, aber flexibler produziert: Dry Gin.
- Weicher und historischer: Old Tom Gin.
- Fruchtig und süß: Sloe Gin oder Gin-Likör.
- Holz und Gewürz: Reserve beziehungsweise Barrel Aged Gin.
- Malzig und traditionell: Genever.
- Modern, floral oder zitrisch: Contemporary oder New Western Gin.
Gin als Geschenk
Gin eignet sich sehr gut als Geschenk, weil sich die Stilistik stark am Geschmack des Beschenkten ausrichten lässt.
Ein klassischer London Dry eignet sich für Liebhaber trockener Wacholderaromatik, während fruchtige oder florale Gins häufig zugänglicher wirken.
Old Tom, Reserve Gin oder ungewöhnliche Botanical-Rezepturen können für erfahrene Ginfreunde besonders interessant sein.
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Gin bei WEIN KUSCH
Bei WEIN KUSCH suchen wir Gins aus, bei denen die Botanical-Komposition nachvollziehbar und der Stil nicht beliebig wirkt.
Vom klassischen Dry Gin über moderne Interpretationen bis zu besonderen fassgereiften oder historisch inspirierten Stilen steht die eigene Handschrift des Erzeugers im Mittelpunkt.
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