Rum
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Rum kaufen – Zuckerrohr, Herkunft & Stil verstehen
Rum ist eine der vielfältigsten Spirituosen der Welt. Seine gemeinsame Basis ist Zuckerrohr – doch bereits beim Ausgangsstoff beginnen große Unterschiede. Manche Rums entstehen aus Melasse, andere aus Zuckerrohrsirup und wieder andere direkt aus frischem Zuckerrohrsaft.
Fermentation, Destillation, Brennapparatur, Herkunft, Klima, Fassreife und mögliche Vermählungen prägen anschließend vollkommen unterschiedliche Stilrichtungen. Deshalb kann Rum leicht und trocken, fruchtig und floral, schwer und esterreich, grasig und pflanzlich oder tief fassgeprägt und würzig schmecken.
Dieses Rum-Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe – vom britisch, spanisch und französisch geprägten Rumstil über Blended Rum, Single Rum, Single Barrel, Solera und Rhum Agricole bis zu Cachaça, Zucker, Destillation und Fassreife.
Was ist Rum eigentlich?
Rum ist eine Spirituose aus Zuckerrohrprodukten. Nach europäischem Recht darf er ausschließlich aus einem vergorenen Produkt entstehen, das auf Melasse, Sirup aus der Rohrzuckerherstellung oder Zuckerrohrsaft selbst basiert.
Das Destillat muss so geführt werden, dass die typischen organoleptischen Eigenschaften von Rum erhalten bleiben. Ein möglichst neutrales Alkoholdestillat, das anschließend lediglich aromatisiert wird, ist deshalb kein Rum im rechtlichen Sinne.
Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Rum in der EU?
Für Produkte, die in der Europäischen Union als Rum vermarktet werden, gelten unter anderem folgende Grundregeln:
- Herstellung ausschließlich aus vergorenen Zuckerrohrprodukten.
- Destillation unter 96 % vol..
- Mindestalkoholgehalt von 37,5 % vol..
- Es darf kein zusätzlicher Alkohol zugesetzt werden.
- Rum darf nicht aromatisiert werden.
- Karamell darf zur Anpassung der Farbe verwendet werden.
- Eine begrenzte Süßung zur geschmacklichen Abrundung ist zulässig.
Zusätzlich können für einzelne geschützte geografische Angaben wesentlich strengere Vorgaben gelten.
Das Thema Zucker – ist Rum automatisch süß?
Nein. Dass Rum aus Zuckerrohr entsteht, bedeutet nicht, dass der fertige Rum zwangsläufig viel Zucker enthält.
Während der Gärung wandelt Hefe Zucker in Alkohol und weitere Gärungsprodukte um. Bei der anschließenden Destillation gelangt Zucker selbst praktisch nicht mit in das Destillat.
Ein frisch destillierter Rum kann deshalb vollkommen trocken sein. Süß wirkende Aromen wie Vanille, Karamell, Banane oder Trockenfrucht müssen nicht mit tatsächlichem Restzucker gleichzusetzen sein.
Darf Rum nachträglich gesüßt werden?
Innerhalb der EU darf Rum zur Abrundung des Geschmacks begrenzt gesüßt werden.
Der fertige Rum darf dabei höchstens 20 Gramm Süßungsmittel pro Liter, ausgedrückt als Invertzucker, enthalten.
Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen wahrgenommener Süße und tatsächlich zugesetztem Zucker.
Was ist Melasse?
Bei der Herstellung von Rohrzucker wird Zuckerrohrsaft konzentriert und Zucker kristallisiert. Zurück bleibt eine dunkle, zähflüssige und aromatische Masse: Melasse.
Sie enthält weiterhin vergärbare Zucker sowie zahlreiche andere Bestandteile des Zuckerrohrs und ist einer der wichtigsten Ausgangsstoffe der weltweiten Rumproduktion.
Melasse wird mit Wasser verdünnt und anschließend vergoren. Das daraus entstehende alkoholische Produkt wird destilliert.
Rum aus Zuckerrohrsaft
Statt Melasse kann auch frisch gepresster Zuckerrohrsaft direkt vergoren werden.
Dadurch bleibt der Charakter des frischen Zuckerrohrs stärker präsent. Solche Destillate können pflanzliche, grasige, florale, erdige oder fruchtige Eindrücke zeigen.
Besonders eng ist dieser Produktionsansatz mit Rhum Agricole verbunden.
Die historischen Rumstile – britisch, spanisch & französisch
In der Rumwelt werden häufig ein britischer, spanischer und französischer Stil unterschieden.
Diese Einteilung ist hilfreich, um historische Traditionen und typische Produktionsweisen zu verstehen. Sie ist jedoch keine weltweit verbindliche gesetzliche Klassifikation.
Moderne Produzenten überschreiten diese traditionellen Grenzen zunehmend. Herkunft und konkrete Herstellung sind deshalb verlässlicher als die bloße Zuordnung zu einem ehemaligen Kolonialstil.
Was ist der britisch geprägte Rumstil?
Der sogenannte britische oder englische Rumstil ist historisch besonders mit ehemaligen britischen Kolonien wie Jamaika, Barbados und Guyana verbunden.
Typisch war und ist häufig die Verwendung von Melasse. Pot-Still-Destillation und aromatische Fermentationen spielen bei vielen traditionellen Erzeugern eine bedeutende Rolle.
Dadurch können kräftige, körperreiche und besonders aromatische Rums entstehen.
Wie schmeckt britisch geprägter Rum?
Eine feste Geschmacksformel gibt es nicht. Traditionelle Beispiele können jedoch häufig folgende Eigenschaften zeigen:
- reife tropische Früchte,
- Banane und Ananas,
- Melasse und dunkles Karamell,
- Gewürze,
- kräftige Esteraromatik,
- teils sehr intensive und „funky“ wirkende Noten.
Jamaika – Ester, Fermentation & Funk
Jamaikanischer Rum gehört zu den charakterstärksten Rumstilen überhaupt.
Lange oder besonders aromatische Fermentationen können hohe Mengen bestimmter Aromaverbindungen hervorbringen. Pot Stills bewahren anschließend einen großen Teil dieser intensiven Aromatik.
Dadurch entstehen teilweise extrem fruchtige Eindrücke, die an überreife Banane, Ananas oder fermentierte Früchte erinnern. In der Rumwelt wird dieser eigenwillige Charakter gern als „Funk“ bezeichnet.
Was sind Ester im Rum?
Ester sind aromatische Verbindungen, die unter anderem während Fermentation und späteren chemischen Reaktionen entstehen.
Sie können im Rum intensive fruchtige Aromen erzeugen. Gerade Jamaika ist für besonders esterreiche Rums bekannt.
Viel Ester bedeutet allerdings nicht automatisch besseren Rum. Es ist ein Stilmerkmal.
Guyana und Demerara Rum
Guyana besitzt ebenfalls eine bedeutende Rumtradition. Historisch ist besonders der Begriff Demerara mit der Region und ihrer Zuckerproduktion verbunden.
Guyanische Rums können von relativ leicht bis ausgesprochen körperreich und intensiv reichen. Historische Brennapparate und unterschiedliche Destillationssysteme tragen zur großen stilistischen Bandbreite bei.
Barbados – eine der historischen Rumheimaten
Barbados gehört zu den traditionsreichsten Ruminseln der Karibik.
Viele Rums von Barbados verbinden Pot-Still- und Column-Still-Destillate miteinander. Dadurch können Frucht, Struktur und kräftigere Aromen mit leichteren Komponenten kombiniert werden.
Was ist der spanisch geprägte Rumstil?
Der sogenannte spanische Stil wird historisch mit spanischsprachigen Rumregionen wie Kuba, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Guatemala, Nicaragua, Panama oder Venezuela verbunden.
Häufig spielen Melasse und kontinuierliche Säulendestillation eine wichtige Rolle.
Traditionell werden dadurch oft leichtere und zugänglichere Destillate erzeugt, die anschließend durch Fassreife zusätzliche Vanille-, Karamell- und Gewürzaromen erhalten.
Wie schmeckt spanisch geprägter Rum?
Typische Vertreter können weich, rund und vergleichsweise elegant wirken.
Häufig begegnen Aromen wie:
- Vanille,
- Karamell,
- Toffee,
- getrocknete Früchte,
- Gewürze,
- geröstete Nüsse.
Aber auch hier gilt: Das ist eine historische Stilbeschreibung und keine verbindliche Geschmacksdefinition.
Was bedeutet Ron?
Ron ist schlicht die spanische Bezeichnung für Rum.
Das Wort allein sagt deshalb noch nichts über Qualität, Alter oder konkrete Herstellungsweise aus.
Was ist der französisch geprägte Rhum-Stil?
Der französisch geprägte Stil ist besonders mit den französischen Überseegebieten der Karibik verbunden, insbesondere Martinique und Guadeloupe.
Hier spielt die direkte Verarbeitung von frischem Zuckerrohrsaft eine besonders große Rolle.
Deshalb findet sich auf vielen Flaschen die französische Schreibweise Rhum.
Was ist Rhum Agricole?
Rhum Agricole entsteht aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse.
Der Begriff „Agricole“ kann im europäischen Recht nicht beliebig auf jeden Zuckerrohrsaft-Rum geschrieben werden, sondern ist an bestimmte geschützte geografische Herkünfte gebunden.
Besonders bekannt ist Rhum Agricole Martinique AOC.
Wie schmeckt Rhum Agricole?
Ungereifter Rhum Agricole kann besonders deutlich an das frische Zuckerrohr erinnern.
Häufig finden sich:
- grasige und pflanzliche Noten,
- Zuckerrohr,
- Kräuter,
- Blüten,
- Zitrusfrucht,
- weißer Pfeffer und erdige Würze.
Fassgereifter Agricole kann diese Frische mit Vanille, Gewürzen, Holz und reiferen Fruchtaromen verbinden.
Rhum Blanc, Ambré und Vieux
In der französischsprachigen Rumwelt begegnen häufig Begriffe wie Blanc, Ambré und Vieux.
Sie geben Hinweise auf Stil und Reife, ihre genaue rechtliche Bedeutung kann jedoch von der jeweiligen geschützten Herkunft abhängen.
Deshalb sollte man solche Begriffe immer zusammen mit der konkreten Herkunft betrachten.
Blended Rum, Single Rum & Single Barrel
Was ist Blended Rum?
Ein Blended Rum verbindet unterschiedliche Rumkomponenten miteinander.
Diese können beispielsweise aus verschiedenen Brennverfahren, Fassarten, Altersstufen oder – je nach Produkt – sogar unterschiedlichen Destillerien stammen.
Ziel des Blendings kann ein gleichbleibender Hausstil, größere Komplexität oder eine bestimmte Balance sein.
Ein Blend ist deshalb keineswegs automatisch weniger hochwertig als eine Einzelfassabfüllung.
Was ist Single Rum?
Der Begriff Single Rum beziehungsweise Single Distillery Rum wird üblicherweise verwendet, wenn die verwendeten Destillate aus einer einzigen Brennerei stammen.
Er bedeutet nicht automatisch, dass nur ein Fass, ein Jahrgang oder ein Destillationsverfahren verwendet wurde.
Mehrere Fässer und unterschiedliche Rumkomponenten derselben Destillerie können miteinander vermählt werden.
Single Rum ist nicht Single Barrel
Genau wie beim Whisky sollte man die Begriffe auseinanderhalten.
Single Rum: stammt aus einer Brennerei.
Single Barrel / Single Cask: stammt aus einem einzelnen Fass.
Ein Single Barrel Rum kann also zugleich ein Single Rum sein, aber nicht jeder Single Rum ist eine Einzelfassabfüllung.
Was ist Single Barrel Rum?
Single Barrel oder Single Cask bezeichnet eine Abfüllung aus einem einzelnen Fass.
Da sich jedes Fass unterschiedlich entwickelt, können solche Abfüllungen sehr individuell ausfallen.
Die verfügbare Flaschenzahl ist naturgemäß begrenzt. Single Barrel ist jedoch keine automatische Qualitätsgarantie.
Was ist Solera Rum?
Bei sogenanntem Solera Rum werden Rums unterschiedlicher Reifestufen über ein dynamisches Vermählungs- oder Reifesystem miteinander verbunden.
Das Prinzip ist historisch von der Solera-Reifung spanischer Weine wie Sherry inspiriert.
In der Rumwelt existiert jedoch kein weltweit einheitliches Solera-System. Produzenten können unterschiedliche Varianten verwenden.
Was bedeutet die Alterszahl bei Solera Rum?
Hier ist Vorsicht sinnvoll.
Eine große Zahl auf einer Solera-Rumflasche bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Inhalt genau dieses Alter besitzt.
Je nach Herkunft, Rechtslage und Kennzeichnung kann sie sich auf unterschiedliche Aspekte des Reifesystems beziehen.
Solera-Alterszahlen sollten deshalb nicht automatisch wie klassische Mindestaltersangaben gelesen werden.
Destillation – Pot Still, Column Still & Blending
Was passiert bei der Rum-Destillation?
Nach der Fermentation liegt zunächst eine vergleichsweise alkoholarme Flüssigkeit vor.
Bei der Destillation werden Alkohol und gewünschte Aromastoffe konzentriert und unerwünschte Bestandteile gezielt abgetrennt.
Wie hoch destilliert wird und welche Brennapparatur verwendet wird, prägt den späteren Stil erheblich.
Pot Still Rum
Eine Pot Still ist eine chargenweise arbeitende Brennblase.
Sie kann besonders aromatische und körperreiche Destillate erzeugen, weil vergleichsweise viele charaktergebende Begleitstoffe erhalten bleiben.
Pot Still Rum ist deshalb häufig mit kräftigeren und komplexeren Stilen verbunden.
Column Still Rum
Column Stills beziehungsweise Säulenbrennanlagen ermöglichen eine kontinuierliche Destillation.
Je nach Aufbau und Fahrweise können sowohl relativ leichte als auch aromatischere Destillate erzeugt werden.
Die pauschale Aussage „Pot Still ist hochwertig und Column Still minderwertig“ wäre deshalb falsch.
Warum kombiniert man Pot Still und Column Still?
Viele Rumproduzenten vermählen unterschiedliche Destillate.
Ein kräftiger Pot-Still-Rum kann beispielsweise Struktur, Ester und intensive Frucht liefern, während ein leichterer Column-Still-Rum Eleganz und Trinkfluss beisteuert.
Genau diese Kunst des Blendings prägt zahlreiche klassische Rums.
Was ist ein High-Ester-Rum?
High-Ester-Rums besitzen besonders hohe Konzentrationen bestimmter fruchtig riechender Ester.
Solche Rums sind vor allem aus Jamaika bekannt und können extrem intensive Aromen von überreifen tropischen Früchten, Lösungsmittelanklängen, Gewürzen und fermentierter Frucht zeigen.
Manche High-Ester-Rums wurden historisch sogar vor allem als aromatische Komponente für Blends verwendet.
Fassreife, Klima & Alter
Warum wird Rum im Fass gereift?
Fassreife kann aus einem klaren Destillat eine vollkommen neue Spirituose formen.
Holz gibt Aromastoffe an den Rum ab, während Sauerstoff und Zeit weitere chemische Veränderungen ermöglichen.
So können unter anderem Vanille, Karamell, Kokos, Gewürze, Trockenfrüchte und Röstnoten entstehen.
Welche Fässer werden für Rum verwendet?
Besonders verbreitet sind ehemalige Bourbonfässer.
Daneben kommen unter anderem Sherry-, Cognac-, Portwein-, Madeira- und Weinfässer für Reifung oder Finish zum Einsatz.
Jede Fassart kann zusätzliche aromatische Akzente setzen.
Tropische Reifung
In der Karibik und anderen warmen Herkunftsregionen reift Rum unter wesentlich höheren Temperaturen als beispielsweise Whisky in Schottland.
Der Austausch zwischen Spirituose und Fass kann dadurch intensiver verlaufen. Gleichzeitig ist auch die Verdunstung erheblich.
Deshalb lassen sich Altersangaben aus unterschiedlichen Klimazonen geschmacklich nicht einfach eins zu eins vergleichen.
Kontinentale Reifung
Manche Rums werden nach der Destillation beziehungsweise einer ersten tropischen Reifung nach Europa gebracht und dort weitergelagert.
Bei niedrigeren Durchschnittstemperaturen verläuft die Interaktion mit dem Fass anders als in tropischem Klima.
Beide Reifewege können ausgezeichnete Ergebnisse liefern.
Was ist der Angel's Share beim Rum?
Während der Fassreife verdunstet ein Teil des Rums durch das Holz.
Dieser Verlust heißt Angel's Share.
In warmen tropischen Klimazonen kann er wesentlich höher ausfallen als in kühleren Lagerregionen.
Ist älterer Rum automatisch besser?
Nein.
Mehr Fasszeit bedeutet nicht automatisch mehr Qualität. Ein zu dominanter Holzeinfluss kann Frucht und Eigenart des Destillats überdecken.
Alter sollte deshalb immer zusammen mit Herkunft, Klima, Fass und Stil betrachtet werden.
Was bedeutet eine Altersangabe bei Rum?
Die Bedeutung von Altersangaben hängt stark von Herkunft und den dort geltenden Vorschriften ab.
Anders als beispielsweise bei Scotch Whisky gibt es keine einzige weltweit gültige Rumregel, nach der jede Alterszahl zwingend dasselbe bedeutet.
Besonders bei Solera-Produkten ist deshalb ein genauer Blick auf die Kennzeichnung sinnvoll.
Weißer, goldener, dunkler & Overproof Rum
Was ist weißer Rum?
Weißer Rum erscheint farblos oder nahezu farblos.
Er kann ungereift sein, aber ebenso zuvor im Fass gereift und anschließend filtriert worden sein.
Die Farbe allein verrät deshalb nicht zuverlässig, wie der Rum hergestellt wurde.
Was ist goldener Rum?
„Goldener Rum“ beschreibt in erster Linie die sichtbare Farbe und häufig einen mittleren Stil zwischen sehr leichten weißen und kräftigeren dunkleren Abfüllungen.
Der Begriff ist jedoch keine weltweit einheitliche Qualitäts- oder Altersstufe.
Was ist dunkler Rum?
Auch „Dark Rum“ ist hauptsächlich eine Stil- und Farbbezeichnung.
Dunkle Farbe kann durch intensive Fassreife, stark ausgebrannte Fässer oder zulässige Farbanpassung mit Karamell entstehen.
Dunkler Rum ist deshalb nicht automatisch älter oder hochwertiger als heller Rum.
Was ist Overproof Rum?
Overproof Rum bezeichnet besonders alkoholstarke Rumabfüllungen.
Der Begriff ist international nicht überall vollkommen identisch definiert, steht aber grundsätzlich für deutlich höhere Alkoholstärken als bei üblichen Standardabfüllungen.
Gerade in klassischen Rum-Cocktails und in manchen regionalen Traditionen spielen solche Abfüllungen eine wichtige Rolle.
Was bedeutet Navy Rum?
Navy Rum ist historisch eng mit der britischen Marine und der Rumration für Seeleute verbunden.
Heute wird der Begriff häufig für kräftige, dunklere Blends mit Anlehnung an diesen historischen Stil verwendet.
Er ist jedoch keine einheitliche globale Qualitätskategorie.
Was ist Spiced Rum?
Produkte, die mit Vanille, Zimt, Gewürzen oder anderen Aromastoffen versetzt werden, werden häufig als Spiced vermarktet.
Wichtig: Nach europäischem Recht darf Rum selbst nicht aromatisiert werden. Ein entsprechend aromatisiertes Produkt wird daher rechtlich anders bezeichnet und ist nicht schlicht „Rum“ im Sinne der Rumkategorie.
Rhum Agricole & Cachaça
Ist Rhum Agricole einfach Rum aus Zuckerrohrsaft?
Vereinfacht beschreibt das zwar den entscheidenden Unterschied zur Melasse, rechtlich ist die Sache aber enger.
Der Begriff Agricole ist innerhalb der EU an bestimmte geschützte geografische Angaben gebunden.
Nicht jeder irgendwo auf der Welt aus Zuckerrohrsaft erzeugte Rum darf deshalb automatisch als Rhum Agricole verkauft werden.
Was ist Cachaça?
Cachaça ist eine eigenständige brasilianische Zuckerrohrspirituose.
Sie wird aus vergorenem frischem Zuckerrohrsaft erzeugt und muss aus Brasilien stammen.
Nach brasilianischem Recht liegt ihr Alkoholgehalt zwischen 38 und 48 % vol..
Ist Cachaça Rum?
Cachaça und Zuckerrohrsaft-Rum sind eng verwandt, sollten aber nicht einfach gleichgesetzt werden.
Cachaça besitzt in Brasilien eine eigene rechtlich definierte Identität, eigene Traditionen und eigene Herstellungsregeln.
Der bekannteste Cachaça-Cocktail ist die Caipirinha.
Cachaça und Holzreife
Cachaça kann ungereift getrunken oder in Holz gelagert beziehungsweise gereift werden.
Besonders interessant ist, dass brasilianische Produzenten neben Eiche zahlreiche heimische Holzarten verwenden können.
Dadurch entstehen Aromen, die sich deutlich von klassischer Rum- oder Whiskyfassreife unterscheiden können.
Rum auswählen & richtig genießen
Welcher Rum passt zu meinem Geschmack?
Herkunft und Produktionsweise geben erste Hinweise auf den Stil:
- Leicht und elegant: häufig leichtere Column-Still-Stile.
- Fruchtig und intensiv: beispielsweise viele Pot-Still- und Jamaika-Rums.
- Grasig und pflanzlich: Zuckerrohrsaft-Rum und Rhum Agricole.
- Vanillig und fassgeprägt: länger gereifte Rums aus Eichenfässern.
- Kräftig und hochprozentig: Overproof- oder Cask-Strength-Abfüllungen.
Rum pur trinken
Hochwertiger Rum kann hervorragend pur getrunken werden.
Besonders gereifte, charaktervolle oder Single-Barrel-Abfüllungen profitieren davon, zunächst ohne Eis oder Mixer probiert zu werden.
So lassen sich Rohstoff, Fermentation, Destillation und Fass besser voneinander unterscheiden.
Rum mit Wasser?
Einige Tropfen stilles Wasser können bei alkoholstarken Rums die Wahrnehmung verändern.
Gerade Fassstärke und Overproof müssen nicht zwingend unverdünnt getrunken werden.
Rum mit Eis?
Natürlich kann Rum auch auf Eis getrunken werden.
Eis kühlt jedoch stark und verdünnt die Spirituose mit zunehmender Schmelze. Dadurch verändert sich die Aromatik.
Wer einen Rum kennenlernen möchte, probiert ihn deshalb sinnvollerweise zunächst pur.
Welches Glas für Rum?
Für eine sensorische Verkostung eignet sich ein tulpenförmiges Nosing-Glas.
Es bietet ausreichend Oberfläche, bündelt die Aromen aber zur Nase hin.
Für Cocktails sind dagegen je nach Drink andere Glasformen sinnvoll.
Welche Rum-Cocktails gibt es?
Rum gehört zu den wichtigsten Cocktailspirituosen überhaupt.
- Daiquiri
- Mojito
- Mai Tai
- Piña Colada
- Dark 'n' Stormy
- Rum Old Fashioned
Gerade bei klassischen Rumdrinks macht die Wahl des Rumstils einen erheblichen Unterschied.
Welcher Rum für einen Daiquiri?
Ein klassischer Daiquiri lebt von Rum, Limette und Zucker.
Leichte weiße Rums ergeben einen klaren, frischen Stil. Charaktervollere Pot-Still- oder Agricole-Stile können den Drink deutlich aromatischer und komplexer machen.
Welcher Rum für einen Mai Tai?
Beim Mai Tai spielt Rum geschmacklich eine Hauptrolle.
Kombinationen unterschiedlicher Rumstile können besonders spannend sein: beispielsweise aromatischer Pot-Still-Rum zusammen mit einem gereiften, strukturierteren Rum.
Wie lagert man Rum?
Rum sollte aufrecht, dunkel und ohne starke Temperaturschwankungen gelagert werden.
Direkte Sonne und große Wärme sind ungünstig.
Wie andere hochprozentige Spirituosen sollte Rum nicht dauerhaft liegend mit dem Korken in Kontakt stehen.
Reift Rum in der Flasche weiter?
Nein – jedenfalls nicht auf dieselbe Weise wie im Fass.
Ein zehn Jahre im Fass gereifter Rum wird durch weitere zehn Jahre im Flaschenschrank nicht zu einem zwanzigjährigen Rum.
Wie lange hält geöffneter Rum?
Hochprozentiger Rum verdirbt nach dem Öffnen normalerweise nicht kurzfristig.
Mit zunehmendem Luftanteil in einer teilgeleerten Flasche kann sich die Aromatik über längere Zeit verändern.
Deshalb sollte die Flasche gut verschlossen, dunkel und aufrecht gelagert werden.
Rum als Geschenk
Rum eignet sich hervorragend als Geschenk, weil die Stilvielfalt enorm ist.
Für Liebhaber kräftiger, charaktervoller Spirituosen können Single-Distillery- oder Single-Barrel-Abfüllungen interessant sein.
Wer weichere und fassgeprägte Stile bevorzugt, findet unter länger gereiften Rums zahlreiche Möglichkeiten.
Weitere Ideen finden Sie bei unseren Geschenkideen.
Rum bei WEIN KUSCH
Bei WEIN KUSCH steht nicht allein ein bekannter Markenname im Mittelpunkt.
Uns interessieren Herkunft, Rohstoff, Destillation, Reifung und der Charakter des Erzeugers.
So reicht unsere Auswahl von klassischen Melasse-Rums über charaktervolle Fassreifungen bis zu Zuckerrohrsaft-Rum und anderen besonderen Rumstilen.
Weitere Destillate finden Sie in unserer Spirituosen-Auswahl.