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Navarra – Wein zwischen Pyrenäen und Ebro
Navarra gehört zu den vielseitigsten Weinregionen Nordspaniens. Auf vergleichsweise kurzer Distanz verändert sich die Landschaft stark: vom kühleren, atlantisch beeinflussten Norden über Hügelland und Flusstäler bis zu trockeneren mediterran geprägten Ebenen im Süden.
Genau diese Übergangslage macht die Region so spannend. Statt eines einzigen typischen Navarra-Stils entstehen Weiß-, Rosé- und Rotweine aus einer ungewöhnlich großen Rebsortenvielfalt.
Garnacha gehört zu den historisch prägendsten Sorten. Heute spielen daneben Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Graciano, Mazuelo und weitere Sorten eine wichtige Rolle.
Fünf Teilgebiete mit eigenem Charakter
Die DO Navarra gliedert sich in fünf große Weinbauzonen: Tierra Estella, Valdizarbe, Baja Montaña, Ribera Alta und Ribera Baja.
Diese Einteilung ist mehr als nur geografisch. Relief, Niederschlag, Temperatur und Vegetation unterscheiden sich zwischen den Zonen deutlich.
Im Norden wirken kühlere atlantische Einflüsse, während im Süden das mediterrane Klima stärker in den Vordergrund tritt.
Tierra Estella – Hügel, Ega und Sierra de Urbasa
Tierra Estella liegt im westlichen Teil der DO und wird vom Fluss Ega und der Sierra de Urbasa geprägt.
Im Norden ist das Gelände deutlich bewegter, Richtung Süden wird es sanfter und offener. Weinbau, Oliven und Getreide prägen dort gemeinsam die Landschaft.
In diesem Bereich liegt auch Quaderna Via bei Igúzquiza.
Valdizarbe – zwischen Sierra de Andía und Arga
Valdizarbe liegt weiter östlich und wird unter anderem von den Ausläufern der Sierra de Andía und der Sierra del Perdón beeinflusst.
Sanfte Hügel und Täler prägen die Landschaft. Das Gebiet gehört zu den Übergangszonen zwischen den kühleren nördlichen Einflüssen und den wärmeren Bedingungen Richtung Süden.
Baja Montaña – die kühlere Bergseite
Baja Montaña gehört zu den stärker gegliederten und bergigeren Teilgebieten Navarras.
Niedriges Buschland, kühlere Bedingungen und weniger intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen prägen das Landschaftsbild.
Hier zeigt sich besonders deutlich die andere, weniger mediterrane Seite der Region.
Ribera Alta – Übergang zur Ebene
Ribera Alta bildet eine Übergangszone zwischen den nördlicheren Hügellandschaften und den flacheren, wärmeren Bereichen Richtung Ebro.
Das Relief wird nach Süden zunehmend sanfter, und Weinbau steht hier neben Getreide und anderen landwirtschaftlichen Kulturen.
Ribera Baja – trockener Süden
Ribera Baja liegt im südlichen Teil der DO. Die Landschaft ist deutlich flacher und trockener als im Norden.
Das Klima ist stärker mediterran geprägt. Der mächtige Moncayo beeinflusst das Landschaftsbild, während Landwirtschaft und Gemüsebau neben dem Weinbau eine große Rolle spielen.
Atlantischer und mediterraner Einfluss zugleich
Navarra liegt klimatisch an einer spannenden Schnittstelle. Im Norden wirken atlantische Einflüsse mit kühleren, feuchteren Bedingungen.
Richtung Süden nehmen Wärme und Trockenheit zu, und mediterrane Einflüsse werden stärker.
Genau diese Spannweite erklärt, warum innerhalb der DO sowohl frische Weißweine als auch kräftige, reife Rotweine entstehen können.
Garnacha – die historische Rebsorte Navarras
Garnacha gehört zu den traditionsreichsten roten Rebsorten der Region und prägte Navarra lange stark.
Die Sorte kommt gut mit Wärme und trockenen Bedingungen zurecht und kann saftige Rotweine mit roter Frucht, Kräutern und Gewürzen hervorbringen.
Besonders wichtig ist Garnacha außerdem für Roséwein, der in Navarra eine lange Tradition besitzt.
Navarra und Rosado
Rosé ist in Navarra kein modernes Nebenprodukt, sondern ein historisch wichtiger Weinstil.
Garnacha eignet sich aufgrund ihrer Frucht und Säure hervorragend für frische Roséweine. Navarra wurde über Jahrzehnte stark mit solchen Rosados verbunden.
Heute entstehen neben klassischen Garnacha-Rosados auch Roséweine aus weiteren roten Rebsorten.
Tempranillo – wichtige rote Säule
Tempranillo gehört heute zu den wichtigsten roten Rebsorten Navarras.
Die Sorte kann je nach Standort und Ausbau sehr unterschiedliche Weinstile hervorbringen: von fruchtbetonten jungen Rotweinen bis zu länger gereiften Crianza- und Reserva-Weinen.
Typisch sind Aromen von Kirsche, Pflaume, roten und dunklen Beeren sowie Gewürzen.
Cabernet Sauvignon und Merlot – moderne Geschichte
Internationale Rebsorten spielen in Navarra schon seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle.
Besonders Cabernet Sauvignon und Merlot werden sowohl reinsortig als auch gemeinsam mit Tempranillo oder Garnacha verwendet.
Diese Kombination aus heimischen und internationalen Sorten wurde zu einem charakteristischen Teil des modernen Navarra-Stils.
Syrah, Graciano und Mazuelo
Auch Syrah, Graciano und Mazuelo sind innerhalb der DO zugelassen.
Graciano kann Frische, Würze und Struktur beitragen, Mazuelo zusätzliche Säure und Tannin.
Syrah wiederum kann unter wärmeren Bedingungen dunkle Frucht und würzige Noten entwickeln.
Garnacha Blanca – die weiße Schwester
Garnacha Blanca ist die weiße Variante der Garnacha-Familie und gehört zu den zugelassenen weißen Sorten der DO Navarra.
Die Rebsorte kann strukturierte Weißweine mit gelber Frucht, Zitrus, Kräutern und mediterraner Würze hervorbringen.
Gerade hochwertige Garnacha Blanca kann deutlich mehr Tiefe und Substanz entwickeln, als ihr vergleichsweise geringer Bekanntheitsgrad vermuten lässt.
Weitere weiße Rebsorten
Neben Garnacha Blanca sind unter anderem Viura, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Malvasia und Moscatel de Grano Menudo zugelassen.
Damit ist die weiße Seite Navarras deutlich vielfältiger, als die starke Rotweintradition zunächst vermuten lässt.
Crianza – was bedeutet das bei Navarra?
Crianza bezeichnet auch in Navarra einen Wein mit vorgeschriebener Reifezeit.
Dabei spielt Fassreife eine wichtige Rolle, ergänzt durch Flaschenreife vor dem Verkauf.
Gute Crianza-Weine verbinden reife Frucht mit würzigen und holzgeprägten Aromen, ohne dass die Frucht vollständig in den Hintergrund treten muss.
Holz ist Stilmittel, nicht Qualitätsgarantie
Der Ausbau im Barrique kann einem Navarra zusätzliche Struktur, Würze und Reifearomen verleihen.
Typische Eindrücke können Vanille, Toast, Gewürze oder Zedernholz sein.
Entscheidend ist jedoch die Balance. Ein guter Fassausbau unterstützt den Charakter des Weines, statt ihn zu überdecken.
Bio-Wein aus Navarra
Biologischer Weinbau hat in Navarra bereits seit Jahrzehnten eine feste Basis.
Das trockene Klima vieler Teilgebiete kann dabei Vorteile bieten, gleichzeitig stellen Hitze, Trockenheit und Wasserknappheit wachsende Herausforderungen dar.
Bio ist dabei kein bestimmter Geschmacksstil. Sowohl frische junge Weine als auch Crianza und Reserva können biologisch erzeugt werden.
Quaderna Via – Bio-Pionier seit 1998
Quaderna Via bei Igúzquiza gehört zu den frühen Bio-Pionieren Spaniens.
Raúl und Jorge Ripa brachten bereits 1998 ihren ersten biologischen Wein auf den Markt. Damit gehörte das Weingut zu den Vorreitern für Bio-Wein in Spanien und Europa.
Heute arbeitet Quaderna Via weiterhin ausschließlich mit zertifiziert biologischem Weinbau.
Quaderna Via Tempranillo Crianza BIO
In unserem Sortiment steht Quaderna Via für die biologisch erzeugte Seite Navarras.
Der Tempranillo Crianza verbindet die wichtigste spanische Rotweinsorte mit klassischer Fassreife und biologischer Bewirtschaftung.
Damit zeigt der Wein besonders gut, dass Bio und traditionelle Crianza-Stilistik keineswegs Gegensätze sind.
Bodegas Alconde – Weinbau in Lerín
Bodegas Alconde wurde 1956 von Winzern aus der Gegend um Lerín gegründet.
Das Weingut bewirtschaftet eigene Weinberge und arbeitet mit traditionellen sowie internationalen Rebsorten.
Die Böden rund um die Weinberge sind vielfach kalkreich und karg, mit hohem Steinanteil und niedrigen natürlichen Erträgen.
Moreno y Cabezón – Garnacha Blanca aus Navarra
Mit Moreno y Cabezón führen wir einen ungewöhnlichen Navarra-Wein aus Garnacha Blanca.
Der Wein zeigt die weniger bekannte weiße Seite der Region und verbindet Rebsortencharakter mit strukturierendem Ausbau.
Damit bildet er einen spannenden Gegenpol zu den roten Crianza-Weinen unseres Sortiments.
Nekeas – Tempranillo trifft Cabernet Sauvignon
Nekeas steht in unserem Sortiment für die moderne Cuvée-Tradition Navarras.
Palacio del Deán Crianza verbindet Tempranillo mit Cabernet Sauvignon.
Genau solche Cuvées zeigen, wie selbstverständlich internationale und spanische Rebsorten in Navarra seit Jahrzehnten nebeneinander verwendet werden.
Wie schmeckt Wein aus Navarra?
Einen typischen Navarra-Geschmack gibt es nicht. Dafür ist die Region zu vielfältig.
Garnacha kann saftig, würzig und mediterran wirken. Tempranillo bringt rote und dunkle Frucht, während Cabernet Sauvignon zusätzliche Struktur beitragen kann.
Garnacha Blanca zeigt die weiße Seite mit reifer Frucht, Kräutern und Frische.
Navarra und Rioja – Nachbarn, aber nicht dasselbe
Navarra grenzt an Rioja und teilt mit der berühmten Nachbarregion mehrere Rebsorten.
Trotzdem ist Navarra keine kleinere Kopie Riojas. Die große klimatische Spannweite und die starke Kombination aus Garnacha, Tempranillo und internationalen Sorten geben der Region eine eigene Identität.
Gerade die fünf Teilgebiete machen Navarra deutlich heterogener, als es der Blick auf eine Landkarte zunächst vermuten lässt.
Welcher Navarra-Wein passt zum Essen?
Tempranillo Crianza passt sehr gut zu Tapas, gegrilltem Fleisch, Lamm, Pasta und gereiftem Käse.
Cuvées aus Tempranillo und Cabernet Sauvignon eignen sich für kräftigere Fleischgerichte, Rind und Schmorgerichte.
Garnacha Blanca passt je nach Ausbau zu Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, mediterranem Gemüse und cremigen Gerichten.
Navarra-Wein bei WEIN KUSCH
Unser Navarra-Sortiment ist bewusst klein, zeigt aber drei sehr unterschiedliche Seiten der Region.
Mit Moreno y Cabezón von Bodegas Alconde führen wir einen Weißwein aus Garnacha Blanca.
Palacio del Deán von Nekeas steht für die Verbindung aus Tempranillo, Cabernet Sauvignon und klassischer Crianza-Reife.
Quaderna Via ergänzt die Auswahl um einen biologisch erzeugten Tempranillo Crianza von einem der Bio-Pioniere Spaniens.