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Gewürztraminer

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Die Rebsorte Gewürztraminer – alte Rebsorte mit ausgeprägter Aromatik

Gewürztraminer gehört zur alten und weitverzweigten Traminer-Familie. Die weiße Rebsorte fällt bereits im Weinberg durch ihre kleinen Beeren mit dicker, rosa bis rötlich gefärbter Schale auf. Besonders bekannt ist sie für ihre ausgeprägte Aromatik und die Fähigkeit, hohe Reifegrade zu erreichen.

Gleichzeitig gehört Gewürztraminer nicht zu den ertragssichersten Rebsorten. Die Blüte kann empfindlich verlaufen, wodurch die Traubenmenge von Jahr zu Jahr erheblich schwanken kann. Damit treffen bei der Sorte intensive Aromatik, hohe mögliche Traubenreife und vergleichsweise geringe Erträge aufeinander.

Woher stammt die Rebsorte Gewürztraminer?

Gewürztraminer gehört zum historischen Formenkreis der Traminer-Reben, dessen Geschichte weit zurückreicht. Die genaue Entstehung und die zahlreichen Bezeichnungen innerhalb dieser alten Rebsortenfamilie sind komplexer, als es die einfache Gleichung „Gewürztraminer stammt aus Tramin“ vermuten lässt.

Der Name Traminer wird zwar traditionell mit dem Ort Tramin in Südtirol in Verbindung gebracht. Daraus lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres ableiten, dass dort auch der eindeutige genetische Ursprung sämtlicher Traminer-Varianten liegt.

Heute besitzt Gewürztraminer besonders im Elsass, in Deutschland und in Südtirol eine lange Weinbautradition. Darüber hinaus wird die Rebsorte in zahlreichen weiteren Weinbauländern kultiviert.

Gewürztraminer, Traminer und Savagnin – ist das dasselbe?

Die Begriffe Traminer, Gewürztraminer und Savagnin gehören zu einem historisch und genetisch eng miteinander verbundenen Rebsortenkomplex. Die Namensgebung ist je nach Land und Weinbautradition unterschiedlich und lässt sich deshalb nicht sinnvoll auf eine einzige einfache Synonymliste reduzieren.

Gewürztraminer bezeichnet heute im Allgemeinen die besonders aromatische, rötlichbeerige Form innerhalb dieses Formenkreises. Daneben existieren weitere Traminer- beziehungsweise Savagnin-Typen mit teilweise deutlich anderer sensorischer Ausprägung.

Wer auf einem Etikett Traminer, Roter Traminer, Gewürztraminer oder Savagnin liest, sollte diese Begriffe deshalb nicht grundsätzlich als vollkommen austauschbare Bezeichnungen verstehen.

Warum sind Gewürztraminer-Trauben rötlich?

Obwohl Gewürztraminer zu den weißen Rebsorten gezählt wird, besitzen seine reifen Beeren eine rosa bis rötlich gefärbte Schale. Das Fruchtfleisch beziehungsweise der daraus gewonnene Most ist dennoch hell.

Für die Farbe eines Weines ist nicht allein die äußere Farbe der Beere entscheidend. Bei der Weißweinbereitung werden die Trauben gewöhnlich gepresst und der Most ohne längeren Kontakt mit den Beerenschalen vergoren.

Deshalb entstehen aus Gewürztraminer üblicherweise Weißweine, obwohl die Trauben auf den ersten Blick nicht wie klassische grüne Weißweintrauben aussehen.

Welche Eigenschaften besitzt die Rebsorte Gewürztraminer?

Die Rebsorte bildet kleine Beeren mit einer vergleichsweise dicken Schale. Sie kann hohe Reifegrade erreichen und besitzt eine ausgeprägte Neigung zur Verrieselung.

Dadurch können die Erträge niedrig ausfallen und von Jahrgang zu Jahrgang erheblich schwanken. Das Deutsche Weininstitut weist darauf hin, dass Gewürztraminer im langjährigen Mittel häufig nicht einmal die Hälfte des zulässigen Hektarertrags erreicht.

Niedrige Erträge sind dabei nicht automatisch mit hoher Weinqualität gleichzusetzen. Entscheidend bleibt, ob Standort, Gesundheitszustand, Reife und Vinifikation zusammenpassen.

Was bedeutet Verrieselung bei Gewürztraminer?

Als Verrieselung bezeichnet man eine unvollständige Befruchtung während beziehungsweise nach der Rebblüte. Ein Teil der Blüten entwickelt sich dabei nicht zu normal ausgereiften Beeren.

Für den Winzer bedeutet das weniger und teilweise unregelmäßig entwickelte Beeren innerhalb der Traube. Je nach Witterung während der Blüte kann sich dieser Effekt unterschiedlich stark ausprägen.

Die Verrieselungsneigung ist einer der Gründe dafür, dass Gewürztraminer keine besonders ertragssichere Rebsorte ist.

Wie schmeckt Gewürztraminer?

Gewürztraminer gehört tatsächlich zu den Rebsorten, bei denen eine ausgeprägte sorteneigene Aromatik gut dokumentiert ist. Häufig beschrieben werden florale Eindrücke wie Rose sowie exotisch anmutende Frucht- und Gewürznoten.

Besonders bekannt ist die Assoziation mit Litschi. Solche Aromabeschreibungen können bei Gewürztraminer sinnvoller sein als bei vielen neutraleren Rebsorten, sollten aber auch hier nicht als Garantie verstanden werden.

Standort, Traubenreife, Ertrag, Gärung, Restzucker und Ausbau beeinflussen, wie intensiv einzelne Aromen tatsächlich wahrgenommen werden und welchen Gesamteindruck der Wein vermittelt.

Warum ist Gewürztraminer so aromatisch?

Rebsorten unterscheiden sich in ihrer natürlichen Ausstattung mit Aromastoffen und deren Vorstufen. Gewürztraminer gehört zu den sogenannten aromatischen Rebsorten, bei denen bestimmte Duftstoffe bereits stark durch die Sorte selbst geprägt werden können.

Das unterscheidet Gewürztraminer beispielsweise von neutraleren Rebsorten, bei denen Gärung, Ausbau und Herkunft sensorisch häufig stärker im Vordergrund stehen.

Dennoch ist auch eine Aromarebsorte kein fertiges Geschmacksrezept. Konzentration und Wahrnehmung der Aromastoffe verändern sich mit Reife, Standort, Vinifikation und Alter des Weines.

Gewürztraminer im Elsass

Besonders eng ist die Rebsorte mit dem Elsass verbunden. Dort gehört Gewürztraminer zu den charakteristischen Rebsorten der Region und wird in unterschiedlichen Stilrichtungen ausgebaut.

Neben trockeneren Weinen entstehen im Elsass auch Gewürztraminer mit Restsüße sowie Weine aus besonders spät gelesenen oder konzentrierten Trauben. Die ausgeprägte Aromatik der Sorte trifft dabei auf sehr unterschiedliche Reife- und Süßegrade.

Gerade deshalb gibt es nicht den einen „typischen Gewürztraminer aus dem Elsass“. Herkunft, Jahrgang, Lesezeitpunkt und Vinifikation können den Charakter des Weines erheblich verändern.

Gewürztraminer in Deutschland

Auch in Deutschland besitzt die Rebsorte eine lange Tradition. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts waren 2023 rund 1.122 Hektar Rebfläche mit Gewürztraminer bestockt. Das entspricht ungefähr einem Prozent der deutschen Rebfläche.

Die Sorte bleibt damit im Vergleich zu Riesling, Grauburgunder oder anderen weit verbreiteten weißen Rebsorten eine Spezialität. Aufgrund ihrer niedrigen und schwankenden Erträge ist ihr Anbau zudem wirtschaftlich anspruchsvoller als der vieler ertragssicherer Sorten.

Gewürztraminer in Südtirol

Eine besonders enge historische Verbindung besteht auch zu Südtirol. Der Name Traminer verweist auf den Ort Tramin, der bis heute stark mit der Rebsorte verbunden wird.

In Südtirol können unterschiedliche Höhenlagen, Expositionen und Böden sehr verschiedene Voraussetzungen für die Reife schaffen. Auch hier sollte Gewürztraminer deshalb nicht allein über ein vermeintlich festes Aromaprofil verstanden werden.

Ist Gewürztraminer immer süß?

Nein. Gewürztraminer kann trocken, mit Restsüße oder als ausgeprägt süßer Wein ausgebaut werden. Die Rebsorte selbst legt den Restzuckergehalt des fertigen Weines nicht fest.

Die häufige Verbindung mit süßeren Weinstilen hat jedoch nachvollziehbare Gründe. Gewürztraminer kann hohe Reifegrade und entsprechend hohe Zuckergehalte in den Trauben erreichen. Gleichzeitig kann etwas Restzucker Bestandteil des vom Winzer gewünschten Weinstils sein.

Ein trockener Gewürztraminer kann deshalb trotz ausgeprägter Fruchtaromatik vollkommen trocken vinifiziert sein. Fruchtiger Geruch und tatsächliche Süße sind zwei unterschiedliche Dinge.

Warum wirkt Gewürztraminer manchmal süßer, als er ist?

Intensive Frucht- und Blütenaromen können unsere Wahrnehmung eines Weines beeinflussen. Ein stark nach reifen Früchten oder Blüten duftender Wein kann dadurch subjektiv süßer erscheinen, obwohl sein tatsächlicher Restzuckergehalt vergleichsweise niedrig ist.

Zusätzlich spielt die Balance mit der Säure eine Rolle. Zwei Weine mit identischem Restzucker können vollkommen unterschiedlich süß wirken, wenn sich Säure, Alkohol, Extrakt und Aromatik unterscheiden.

Deshalb lässt sich die Geschmacksrichtung eines Gewürztraminers nicht zuverlässig allein aus seinem intensiven Duft ableiten.

Was bedeutet Vendanges Tardives?

Im Elsass begegnet man bei Gewürztraminer gelegentlich der Bezeichnung „Vendanges Tardives“. Wörtlich übersetzt bedeutet sie „späte Lese“ beziehungsweise „Spätlese“.

Für diese Weine gelten innerhalb der elsässischen Herkunftsregeln besondere Anforderungen an die Reife der Trauben. Durch die höhere Ausgangsreife können konzentrierte Weine entstehen, die häufig auch eine deutlich wahrnehmbare Süße besitzen.

Die Bezeichnung sollte jedoch nicht einfach mit der deutschen Prädikatsstufe Spätlese gleichgesetzt werden. Beide Begriffe gehören zu unterschiedlichen weinrechtlichen Systemen.

Kann Gewürztraminer edelsüß ausgebaut werden?

Ja. Die Fähigkeit der Rebsorte, hohe Reifegrade zu erreichen, ermöglicht auch die Erzeugung konzentrierter Süßweine.

Wie solche Weine entstehen, hängt von Region und Produktionsmethode ab. Späte Lese, natürliche Konzentration der Trauben und gegebenenfalls Edelfäule können unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen schaffen.

Ein hoher Reifegrad allein garantiert allerdings keinen hochwertigen Süßwein. Säure, Gesundheit der Trauben, Konzentration und sorgfältige Vinifikation müssen miteinander harmonieren.

Hat Gewürztraminer wenig Säure?

Gewürztraminer wird häufig mit einer vergleichsweise milden Säurestruktur in Verbindung gebracht. Wie hoch die tatsächliche Säure eines Weines ausfällt, hängt jedoch unter anderem von Standort, Jahrgang und Lesezeitpunkt ab.

Gerade bei hoher Traubenreife können Alkohol, Extrakt, Restzucker und Säure gemeinsam einen sehr körperreichen Gesamteindruck erzeugen.

Aussagen wie „Gewürztraminer hat keine Säure“ wären deshalb ebenso falsch wie die Annahme, jeder Wein aus der Sorte müsse schwer oder süß sein.

Kann Gewürztraminer reifen?

Hochwertige Gewürztraminer können sich über mehrere Jahre und teilweise deutlich länger entwickeln. Besonders konzentrierte Weine mit entsprechender Struktur und Balance besitzen Potenzial für Flaschenreife.

Während der Reife kann sich die unmittelbar fruchtige und florale Aromatik verändern und komplexeren Reifearomen Platz machen.

Eine allgemeine Lagerdauer lässt sich dennoch nicht aus der Rebsorte ableiten. Weinstil, Jahrgang, Säure, Restzucker, Konzentration, Verschluss und Lagerbedingungen bestimmen gemeinsam die Entwicklung eines konkreten Weines.

Rebsorte ist nicht gleich Weinstil

Gewürztraminer ist ein interessanter Sonderfall. Anders als bei vielen Rebsorten besitzt die Sorte tatsächlich eine ausgeprägte eigene Aromatik. Daraus folgt trotzdem kein einheitlicher Weinstil.

Ein trockener Gewürztraminer kann sich fundamental von einem restsüßen Wein oder einer Vendanges Tardives unterscheiden. Ebenso verändern Herkunft, Reifegrad, Alkohol, Säure und Ausbau den Gesamteindruck.

Die Rebsorte erklärt bei Gewürztraminer also durchaus einen Teil der Aromatik – aber längst nicht alles, was einen fertigen Wein ausmacht.

Welches Essen passt zu Gewürztraminer?

Wegen seiner ausgeprägten Aromatik kann Gewürztraminer besonders interessant zu intensiv gewürzten Speisen sein. Häufig wird die Rebsorte mit der elsässischen Küche, kräftigem Käse und aromatischer asiatischer Küche kombiniert.

Dabei ist der Restzuckergehalt entscheidend. Ein trockener Gewürztraminer verlangt nach anderen Kombinationen als ein restsüßer oder edelsüßer Wein. Bei scharfen Gerichten kann eine gewisse Restsüße die Wahrnehmung der Schärfe abmildern.

Auch hier sollte deshalb nicht nur nach der Rebsorte gewählt werden. Süße, Säure, Alkohol, Körper und Intensität des konkreten Weines müssen zum Gericht passen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Rebsorte Gewürztraminer

Was ist Gewürztraminer für eine Rebsorte?
Gewürztraminer ist eine aromatische weiße Rebsorte aus der alten Traminer-Familie. Auffällig sind ihre kleinen Beeren mit rosa bis rötlicher Schale sowie ihre ausgeprägte florale, fruchtige und würzige Aromatik.
Warum heißt Gewürztraminer Gewürztraminer?
Der Namensbestandteil „Traminer“ wird traditionell mit dem Ort Tramin in Südtirol verbunden. „Gewürz“ verweist auf die besonders ausgeprägte aromatische und würzige Ausprägung dieser Form der Traminer-Familie.
Ist Gewürztraminer dasselbe wie Traminer?
Nicht ganz. Gewürztraminer gehört zum alten Traminer- beziehungsweise Savagnin-Formenkreis und ist eng mit anderen Traminer-Typen verwandt. Die Bezeichnungen werden historisch und regional jedoch unterschiedlich verwendet und sollten nicht grundsätzlich als vollständig austauschbar verstanden werden.
Ist Gewürztraminer eine Weißweinrebsorte?
Ja. Obwohl die reifen Beeren eine rosa bis rötliche Schale besitzen, wird Gewürztraminer zu den weißen Rebsorten gezählt und überwiegend zu Weißwein verarbeitet.
Wie schmeckt Gewürztraminer?
Gewürztraminer besitzt eine ausgeprägte sortentypische Aromatik. Häufig werden Rose, exotische Früchte, Litschi und würzige Eindrücke beschrieben. Wie ein konkreter Wein schmeckt, hängt zusätzlich von Herkunft, Reifegrad, Restzucker und Vinifikation ab.
Ist Gewürztraminer immer süß?
Nein. Gewürztraminer kann trocken, restsüß oder als Süßwein ausgebaut werden. Die intensive Frucht- und Blütenaromatik kann einen Wein zudem subjektiv süßer erscheinen lassen, als sein tatsächlicher Restzuckergehalt vermuten lässt.
Warum riecht Gewürztraminer nach Litschi und Rose?
Gewürztraminer gehört zu den aromatischen Rebsorten, deren natürliche Ausstattung mit bestimmten Aromastoffen und Aromavorstufen besonders ausgeprägt sein kann. Rose und Litschi gehören deshalb zu den häufig beschriebenen Eindrücken, müssen aber nicht in jedem Wein gleich intensiv auftreten.
Wo wird Gewürztraminer angebaut?
Bedeutende Anbaugebiete liegen unter anderem im Elsass, in Deutschland und in Südtirol. Die Rebsorte wird außerdem in weiteren europäischen und außereuropäischen Weinbauregionen kultiviert.
Wie viel Gewürztraminer gibt es in Deutschland?
Nach Angaben des Deutschen Weininstituts waren 2023 rund 1.122 Hektar Rebfläche in Deutschland mit Gewürztraminer bestockt. Das entspricht ungefähr einem Prozent der deutschen Rebfläche.
Was bedeutet Verrieselung bei Gewürztraminer?
Bei der Verrieselung entwickeln sich nach der Rebblüte nicht alle Blüten zu normal ausgereiften Beeren. Gewürztraminer besitzt eine ausgeprägte Verrieselungsneigung, weshalb die Erträge niedrig und von Jahrgang zu Jahrgang stark schwankend ausfallen können.
Was bedeutet Vendanges Tardives bei Gewürztraminer?
Vendanges Tardives ist eine geschützte elsässische Bezeichnung für Weine aus besonders reifen, spät gelesenen Trauben. Der Begriff bedeutet wörtlich „späte Lese“, sollte aber nicht einfach mit der deutschen Prädikatsstufe Spätlese gleichgesetzt werden.
Kann Gewürztraminer lange reifen?
Hochwertige und entsprechend strukturierte Gewürztraminer können sich über viele Jahre entwickeln. Besonders konzentrierte und restsüße Varianten besitzen häufig gutes Reifepotenzial. Die konkrete Lagerfähigkeit hängt jedoch vom einzelnen Wein ab.
Welches Essen passt zu Gewürztraminer?
Je nach Weinstil kann Gewürztraminer gut zu kräftigem Käse, elsässischen Gerichten und aromatisch gewürzter asiatischer Küche passen. Bei der Auswahl sollte vor allem berücksichtigt werden, ob der Wein trocken, restsüß oder süß ausgebaut wurde.