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Corvina Veronese

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Die Rebsorte Corvina Veronese – das Herz vieler Weine aus dem Valpolicella

Corvina Veronese, häufig kurz Corvina genannt, gehört zu den bedeutendsten autochthonen roten Rebsorten im Raum Verona. Besonders eng ist sie mit dem Valpolicella verbunden, wo sie eine wesentliche Grundlage für Valpolicella DOC, Valpolicella Ripasso DOC, Amarone della Valpolicella DOCG und Recioto della Valpolicella DOCG bildet.

Gerade diese unterschiedlichen Weine zeigen eindrucksvoll, wie wenig sich ein fertiger Weinstil allein aus einer Rebsorte ableiten lässt. Frisch vinifizierte Trauben, getrocknete Trauben oder eine erneute Gärung auf dem Trester eines anderen Weines schaffen vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen – obwohl Corvina jeweils eine zentrale Rolle spielen kann.

Woher stammt die Rebsorte Corvina Veronese?

Die genaue historische Herkunft der Rebsorte ist nicht abschließend geklärt. Seit Langem ist Corvina jedoch eng mit der Provinz Verona in Venetien verbunden. Besonders intensiv wird sie in den Hügelgebieten von Valpolicella, Valpantena und Bardolino kultiviert.

Diese starke regionale Bindung macht Corvina zu einem guten Beispiel für eine autochthone Rebsorte: Ihre Bedeutung entwickelte sich über lange Zeit innerhalb eines vergleichsweise klar umrissenen Weinbaugebietes und ist bis heute eng mit dessen traditionellen Weinen verbunden.

Corvina oder Corvina Veronese – ist das dasselbe?

Ja. Corvina Veronese wird häufig einfach als Corvina bezeichnet. In den Produktionsvorschriften des Valpolicella findet sich außerdem die lokale Bezeichnung Cruina.

Diese Namen sollten jedoch nicht mit Corvinone verwechselt werden. Trotz der sprachlichen Ähnlichkeit handelt es sich bei Corvina und Corvinone um unterschiedliche Rebsorten.

Was ist der Unterschied zwischen Corvina und Corvinone?

Corvinone wurde lange Zeit als eine Variante beziehungsweise als großbeeriger Typ der Corvina betrachtet. Heute werden Corvina und Corvinone jedoch als eigenständige Rebsorten geführt.

Beide gehören zu den traditionellen Sorten des Valpolicella und können dort Bestandteil der vorgeschriebenen Rebsortenmischung sein. Sie sollten deshalb weder gleichgesetzt noch lediglich als unterschiedliche Namen derselben Sorte verstanden werden.

Welche Eigenschaften besitzt die Rebsorte Corvina?

Corvina treibt vergleichsweise spät aus und erreicht ihre Reife mittelspät. Die Rebsorte ist damit an die Vegetationsbedingungen ihrer traditionellen Anbaugebiete im Raum Verona angepasst.

Wie bei anderen Rebsorten hängen Ertrag und Qualität jedoch wesentlich von Standort, Jahrgang und Bewirtschaftung ab. Hanglage, Exposition, Wasserversorgung und Ertragsniveau beeinflussen die Entwicklung der Trauben ebenso wie der gewählte Lesezeitpunkt.

Welche Bedeutung hat Corvina im Valpolicella?

Der Schutzverband des Valpolicella bezeichnet Corvina als das Rückgrat der traditionellen Rebsortenmischung. Die Produktionsvorschriften sehen Corvina Veronese und/oder Corvinone als zentrale Bestandteile vor; hinzu kommt insbesondere Rondinella sowie in begrenztem Umfang weitere zugelassene Rebsorten.

Damit steht Corvina im Mittelpunkt einer regionalen Weintradition, die gerade nicht ausschließlich auf reinsortige Weine ausgerichtet ist. Das Zusammenspiel verschiedener lokaler Rebsorten gehört historisch zur Identität des Valpolicella.

Wie schmeckt Wein aus Corvina?

Weine mit einem hohen Anteil Corvina können fruchtige und würzige Eindrücke zeigen. Besonders häufig werden rote Früchte und Sauerkirsche mit der Rebsorte in Verbindung gebracht. Auch eine lebendige Säure gehört zu den Eigenschaften, die in Beschreibungen von Corvina-Weinen regelmäßig auftreten.

Daraus sollte jedoch keine feste Aromenschablone entstehen. Ein klassischer Valpolicella, ein Ripasso und ein Amarone können trotz verwandter Rebsortenzusammensetzung sensorisch erheblich voneinander abweichen.

Reifegrad, Traubentrocknung, Gärung, Extraktion, Ausbau und Flaschenreife verändern den späteren Wein teilweise tiefgreifend. Die Rebsorte schafft Voraussetzungen – sie schreibt das Ergebnis nicht vollständig vor.

Was ist Appassimento?

Appassimento bezeichnet das Trocknen der Trauben nach der Lese. Im Valpolicella besitzt dieses Verfahren eine lange Tradition und ist insbesondere für Amarone und Recioto von zentraler Bedeutung.

Während der Trocknung verlieren die Trauben Wasser. Dadurch verändert sich das Verhältnis ihrer Inhaltsstoffe: Zucker, Säuren, Aromavorstufen und weitere Bestandteile liegen nach dem Wasserverlust in konzentrierterer Form vor.

Appassimento ist deshalb weit mehr als eine besondere Art der Lagerung. Das Verfahren verändert das Ausgangsmaterial für die spätere Gärung und schafft damit Voraussetzungen für einen vollkommen anderen Weinstil als bei unmittelbar nach der Lese verarbeiteten Trauben.

Warum eignet sich Corvina für Appassimento?

Die Rebsorte besitzt eine lange Tradition in der Traubentrocknung des Valpolicella. Für den Erfolg des Appassimento ist allerdings nicht nur die Sorte entscheidend. Die Trauben müssen gesund gelesen und während der Trocknungsphase sorgfältig kontrolliert werden.

Temperatur, Luftbewegung, Luftfeuchtigkeit und Zustand der Trauben beeinflussen den Trocknungsverlauf. Unerwünschte Fäulnis soll vermieden werden, während der gewünschte Wasserverlust möglichst kontrolliert erfolgt.

Was ist Amarone della Valpolicella?

Amarone della Valpolicella DOCG ist ein trockener Rotwein, dessen Trauben vor der Vinifikation getrocknet werden. Corvina beziehungsweise Corvina Veronese gehört gemeinsam mit Corvinone und weiteren zugelassenen regionalen Rebsorten zu seiner Grundlage.

Durch den Wasserverlust während des Appassimento steigt die Konzentration der Trauben. Nach der anschließenden alkoholischen Gärung können daraus trockene Weine mit vergleichsweise hohem Alkoholgehalt und großer Konzentration entstehen.

Amarone ist deshalb nicht einfach ein besonders kräftiger Valpolicella. Bereits das Ausgangsmaterial wurde vor der Gärung durch das Trocknen der Trauben grundlegend verändert.

Was ist Recioto della Valpolicella?

Auch für Recioto della Valpolicella DOCG werden die Trauben vor der Gärung getrocknet. Anders als beim trockenen Amarone verbleibt beim Recioto jedoch ein deutlicher Anteil unvergorenen Zuckers im fertigen Wein.

Amarone und Recioto beruhen damit auf einer verwandten Tradition der Traubentrocknung, führen aber zu unterschiedlichen Weinstilen. Gerade daran lässt sich erkennen, welchen Einfluss die Gärung zusätzlich zum Ausgangsmaterial besitzt.

Was ist Valpolicella Ripasso?

Valpolicella Ripasso entsteht durch ein besonderes Verfahren, das ihm auch seinen Namen gibt. Ein bereits erzeugter Valpolicella wird auf den Trester von Amarone della Valpolicella und/oder Recioto della Valpolicella gegeben und erneut vergoren.

Bei diesem „erneuten Durchgang“ nimmt der Wein zusätzliche Inhaltsstoffe aus dem Trester auf. Nach Angaben des Valpolicella-Konsortiums weist Ripasso dadurch gegenüber einem klassischen Valpolicella höhere Werte bei Alkohol, phenolischen Substanzen und Extrakt auf.

Ripasso ist damit weder einfach Amarone noch lediglich ein anderer Name für kräftigen Valpolicella. Der Begriff bezeichnet ein konkretes Herstellungsverfahren.

Valpolicella, Ripasso, Amarone und Recioto – was ist der Unterschied?

Die vier Weintypen sind eng miteinander verbunden, entstehen aber auf unterschiedliche Weise. Klassischer Valpolicella wird aus frisch gelesenen Trauben erzeugt. Für Amarone und Recioto werden die Trauben dagegen vor der Gärung getrocknet.

Amarone wird trocken ausgebaut, während Recioto als Süßwein einen höheren Restzuckergehalt besitzt. Beim Ripasso wird wiederum bereits erzeugter Valpolicella auf dem Trester von Amarone und/oder Recioto erneut vergoren.

Damit können dieselben regionalen Rebsorten die Grundlage für sehr unterschiedliche Weine bilden. Der entscheidende Unterschied liegt nicht allein in der Rebsorte, sondern insbesondere in Traubenverarbeitung und Vinifikation.

Welche Rolle spielt Corvina im Bardolino?

Corvina ist nicht ausschließlich mit dem Valpolicella verbunden. Auch im benachbarten Bardolino am Gardasee gehört die Rebsorte zu den wichtigsten Bestandteilen der traditionellen Rot- und Roséweine.

Die Produktionsvorschriften des Bardolino sehen Corvina Veronese als zentrale Rebsorte vor. Damit zeigt sich erneut, dass Corvina keineswegs zwangsläufig zu konzentrierten Appassimento-Weinen führen muss.

Unterschiedliche Herkunft, Rebsortenanteile und Vinifikationsmethoden können aus derselben Rebsorte vollkommen andere Weinstile entstehen lassen.

Wird Corvina reinsortig ausgebaut?

Corvina kann auch reinsortig vinifiziert werden. Die berühmtesten Herkunftsweine ihrer Heimat beruhen jedoch traditionell auf einer Mischung mehrerer zugelassener Rebsorten.

Ein reinsortiger Ausbau ist deshalb nicht automatisch die „reinere“ oder hochwertigere Form der Rebsorte. Assemblagen aus Corvina, Corvinone, Rondinella und weiteren regionalen Sorten gehören vielmehr zur historischen Weintradition des Gebietes.

Ist Amarone immer reinsortiger Corvina?

Nein. Amarone della Valpolicella ist traditionell kein reinsortiger Corvina-Wein. Die geschützten Produktionsvorschriften definieren eine Mischung zugelassener Rebsorten, in der Corvina beziehungsweise Corvina und Corvinone eine zentrale Rolle spielen.

Wer Amarone mit der Gleichung „Amarone = Corvina“ beschreibt, verkürzt deshalb sowohl die Rebsortenzusammensetzung als auch die Bedeutung des Appassimento.

Rebsorte ist nicht gleich Weinstil

Bei kaum einer Rebsorte lässt sich dieser Grundsatz anschaulicher erklären als bei Corvina. Aus denselben regionalen Rebsorten können ein vergleichsweise frischer Valpolicella, ein kräftigerer Ripasso, ein trockener Amarone oder ein süßer Recioto entstehen.

Die Unterschiede beruhen nicht darauf, dass Corvina ihre Eigenschaften plötzlich verändert. Traubenreife, Appassimento, Gärungsverlauf, Extraktion, Restzucker und Ausbau schaffen jeweils andere Voraussetzungen.

Wer Corvina kennenlernen möchte, sollte deshalb nicht nur nach einem vermeintlich typischen Aroma suchen. Der Vergleich unterschiedlicher Weinstile aus dem Raum Verona zeigt wesentlich besser, welche Möglichkeiten in der Rebsorte und ihrer regionalen Weintradition stecken.

Welches Essen passt zu Corvina-Weinen?

Die passende Speisenbegleitung hängt stark vom jeweiligen Weinstil ab. Ein leichterer Valpolicella kann beispielsweise Pasta, Pizza, Antipasti oder nicht zu kräftige Fleischgerichte begleiten.

Strukturreichere Ripasso- oder Amarone-Weine können zu Schmorgerichten, Wild, kräftigem Fleisch oder gereiftem Käse passen. Recioto lässt sich aufgrund seiner Süße wiederum vollkommen anders kombinieren, beispielsweise mit ausgewählten Desserts oder Käse.

Auch hier ist deshalb die Bezeichnung Corvina allein kein ausreichender Wegweiser: Säure, Alkohol, Tannin, Süße und Konzentration des konkreten Weines sind entscheidend.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Rebsorte Corvina Veronese

Was ist Corvina Veronese für eine Rebsorte?
Corvina Veronese ist eine rote Rebsorte, die besonders eng mit der Provinz Verona in Venetien verbunden ist. Sie gehört zu den wichtigsten Rebsorten für Valpolicella, Ripasso, Amarone und Recioto.
Sind Corvina und Corvina Veronese dasselbe?
Ja. Corvina ist die gebräuchliche Kurzform von Corvina Veronese. In den regionalen Produktionsvorschriften findet sich außerdem die Bezeichnung Cruina.
Sind Corvina und Corvinone dieselbe Rebsorte?
Nein. Corvina und Corvinone sind eigenständige Rebsorten. Corvinone wurde früher teilweise als Variante der Corvina betrachtet, wird heute jedoch separat geführt. Beide können in den Weinen des Valpolicella verwendet werden.
Wie schmeckt Corvina?
Weine mit Corvina können unter anderem rote Fruchteindrücke, Sauerkirsche und würzige Nuancen sowie eine lebendige Säure zeigen. Einen festen Corvina-Geschmack gibt es jedoch nicht. Valpolicella, Ripasso, Amarone und Recioto zeigen, wie stark Herstellung und Ausbau den fertigen Wein verändern können.
Ist Amarone aus Corvina?
Corvina gehört zu den wichtigsten Rebsorten des Amarone della Valpolicella. Amarone ist jedoch traditionell eine Cuvée aus mehreren zugelassenen regionalen Rebsorten und kein grundsätzlich reinsortiger Corvina-Wein.
Was bedeutet Appassimento?
Appassimento bezeichnet das Trocknen der Trauben nach der Lese. Durch den Wasserverlust werden die Traubeninhaltsstoffe konzentriert. Im Valpolicella ist dieses Verfahren insbesondere für Amarone und Recioto von zentraler Bedeutung.
Was ist der Unterschied zwischen Amarone und Recioto?
Für beide Weine werden die Trauben vor der Vinifikation getrocknet. Amarone della Valpolicella wird trocken ausgebaut, während Recioto della Valpolicella einen deutlich höheren Restzuckergehalt besitzt und als Süßwein erzeugt wird.
Was ist Valpolicella Ripasso?
Beim Ripasso wird bereits erzeugter Valpolicella auf den Trester von Amarone und/oder Recioto gegeben und erneut vergoren. Dadurch erhält der Wein gegenüber einem klassischen Valpolicella unter anderem mehr Extrakt und einen höheren Alkoholgehalt.
Was ist der Unterschied zwischen Valpolicella und Amarone?
Klassischer Valpolicella wird aus frisch gelesenen Trauben erzeugt. Für Amarone werden die Trauben dagegen vor der Gärung getrocknet. Dieser Wasserverlust verändert das Ausgangsmaterial erheblich und ermöglicht einen wesentlich konzentrierteren Weinstil.
Wird Corvina auch für Bardolino verwendet?
Ja. Corvina Veronese gehört auch im Bardolino am Gardasee zu den zentralen roten Rebsorten. Dort entstehen daraus andere Weinstile als im Valpolicella.
Gibt es reinsortigen Corvina-Wein?
Ja, Corvina kann reinsortig vinifiziert werden. Die berühmtesten Herkunftsweine des Valpolicella beruhen jedoch traditionell auf einer Mischung mehrerer zugelassener regionaler Rebsorten.
Wo wird Corvina angebaut?
Das wichtigste Anbaugebiet liegt in Venetien rund um Verona. Besonders bedeutend ist die Rebsorte im Valpolicella, in Valpantena und im Gebiet des Bardolino.
Welches Essen passt zu Corvina?
Das hängt vom jeweiligen Weinstil ab. Leichtere Valpolicella-Weine können beispielsweise Pasta, Antipasti oder Pizza begleiten. Kräftigere Ripasso- und Amarone-Weine passen eher zu Schmorgerichten, Fleisch oder gereiftem Käse, während süßer Recioto wiederum andere Kombinationen ermöglicht.