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Grauburgunder

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Die Rebsorte Grauburgunder – weit mehr als unkomplizierter Weißwein

Grauburgunder gehört zu den erfolgreichsten Rebsorten des modernen deutschen Weinbaus. Hinter dem vertrauten Namen verbirgt sich jedoch eine wesentlich größere stilistische Bandbreite, als der weit verbreitete unkomplizierte Alltagswein vermuten lässt.

Die Rebsorte ist eine natürliche Mutation des Pinot Noir und damit Teil der Burgunderfamilie. International ist dieselbe Sorte vor allem als Pinot Gris oder Pinot Grigio bekannt. Auch der traditionsreiche deutsche Name Ruländer bezeichnet Grauburgunder.

Je nach Standort, Ertrag, Lesezeitpunkt und Vinifikation können daraus sehr unterschiedliche Weine entstehen: leichte und geradlinige Weißweine ebenso wie körperreiche, im Holz ausgebaute, maischevergorene oder edelsüße Varianten.

Woher stammt die Rebsorte Grauburgunder?

Grauburgunder gehört zur alten Burgunderfamilie und entstand durch eine natürliche Mutation des Pinot Noir. Die Rebsorte wird historisch mit Burgund verbunden und verbreitete sich von dort über verschiedene europäische Weinregionen.

Das Deutsche Weininstitut beschreibt ihren Weg von Burgund über die Schweiz und Ungarn bis in die deutschen Weinbaugebiete, wo sie vermutlich bereits im 14. Jahrhundert angekommen war.

Aufgrund ihrer langen Geschichte besitzt die Sorte heute zahlreiche Namen. Grauburgunder, Pinot Gris, Pinot Grigio und Ruländer bezeichnen grundsätzlich dieselbe Rebsorte, sind kulturell und stilistisch jedoch unterschiedlich geprägt.

Ist Grauburgunder eine Mutation des Pinot Noir?

Ja. Grauburgunder entstand durch eine natürliche Mutation des Pinot Noir. Beide Rebsorten sind genetisch eng miteinander verwandt, unterscheiden sich aber insbesondere in der Färbung der Beerenschalen.

Bei Reben können während der vegetativen Vermehrung natürliche genetische Veränderungen auftreten. Werden Rebstöcke mit solchen veränderten Eigenschaften über Stecklinge weitervermehrt, können diese Merkmale dauerhaft erhalten bleiben.

Die Burgunderfamilie ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel: Pinot Noir, Grauburgunder und Weißburgunder stehen genetisch sehr eng miteinander in Verbindung, obwohl aus ihnen optisch und stilistisch sehr unterschiedliche Weine entstehen können.

Warum heißt die Rebsorte Grauburgunder?

Der Name bezieht sich auf die Farbe der reifen Beeren. Diese sind nicht grün oder gelb wie bei vielen anderen weißen Rebsorten, sondern können rosa, rötliche, blaugraue oder grauviolette Farbtöne entwickeln.

Der internationale Name Pinot Gris beschreibt dieselbe Eigenschaft: Das französische Wort „gris“ bedeutet grau. Auch der italienische Name Pinot Grigio nimmt darauf Bezug.

Warum wird aus rötlichen Grauburgunder-Trauben Weißwein?

Die Farbe der Beerenschale entscheidet nicht allein über die Farbe des fertigen Weines. Bei der klassischen Weißweinbereitung werden die Trauben nach der Lese gepresst und der helle Most anschließend weitgehend ohne längeren Kontakt mit den Schalen vergoren.

Dadurch gelangen nur geringe Mengen der in den Schalen vorhandenen Farbstoffe in den Wein. Aus den rötlich bis graublau gefärbten Trauben kann deshalb ein heller Weißwein entstehen.

Bleiben Most und Beerenschalen dagegen länger miteinander in Kontakt, können sowohl Farbe als auch phenolische Bestandteile stärker extrahiert werden.

Grauburgunder, Pinot Gris und Pinot Grigio – ist das dasselbe?

Ja. Grauburgunder, Pinot Gris und Pinot Grigio sind unterschiedliche Namen für dieselbe Rebsorte. Grauburgunder ist die in Deutschland verbreitete Bezeichnung, Pinot Gris die französische und Pinot Grigio die italienische.

Trotzdem können die Begriffe beim Wein einen Hinweis auf unterschiedliche kulturelle und stilistische Traditionen geben. Ein Pinot Grigio aus Italien muss nicht genauso erzeugt werden wie ein deutscher Grauburgunder oder ein Pinot Gris aus dem Elsass.

Diese Unterschiede entstehen jedoch nicht dadurch, dass es sich um verschiedene Rebsorten handelt. Sie sind das Ergebnis von Herkunft, Klima, Ertrag, Reifegrad und Weinbereitung.

Was ist der Unterschied zwischen Grauburgunder und Ruländer?

Auch Ruländer ist keine andere Rebsorte. Der Name geht auf den Kaufmann Johann Seger Ruland zurück, der die Rebsorte Anfang des 18. Jahrhunderts in Speyer fand und zu ihrer weiteren Verbreitung beitrug.

Historisch wurde die Bezeichnung Ruländer in Deutschland häufig mit reiferen, körperreicheren und teilweise restsüßen Weinstilen verbunden. Mit der Bezeichnung Grauburgunder etablierte sich später zunehmend ein trockenerer und modernerer Ausbau.

Diese Unterscheidung beschreibt jedoch eine stilistische Tradition und keine genetische Trennung. Ruländer und Grauburgunder stammen von derselben Rebsorte.

Wie bedeutend ist Grauburgunder in Deutschland?

Kaum eine andere weiße Rebsorte hat ihre Rebfläche in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten so stark vergrößert. 1995 waren rund 2.535 Hektar mit Grauburgunder bestockt.

Im Jahr 2023 waren es bereits 8.372 Hektar. Damit nahm die Rebsorte nach Angaben des Deutschen Weininstituts 8,1 Prozent der gesamten deutschen Rebfläche ein und war die drittwichtigste weiße Rebsorte Deutschlands.

Innerhalb von weniger als drei Jahrzehnten hat sich die Fläche damit mehr als verdreifacht. Grauburgunder gehört heute eindeutig zu den prägenden Rebsorten des deutschen Weißweinmarktes.

Grauburgunder in Rheinhessen

Das größte deutsche Anbaugebiet für die Rebsorte ist Rheinhessen. Dort waren 2023 rund 2.424 Hektar Rebfläche mit Grauburgunder bestockt.

Die große Fläche bedeutet allerdings keineswegs, dass alle Weine aus Rheinhessen demselben Stil folgen. Unterschiedliche Böden, Erträge, Lesezeitpunkte und Ausbauentscheidungen ermöglichen auch innerhalb einer einzelnen Region eine erhebliche stilistische Bandbreite.

Grauburgunder in der Pfalz und in Baden

Auch in der Pfalz und in Baden besitzt Grauburgunder große Bedeutung. Gerade in den wärmeren deutschen Weinregionen kann die Sorte hohe Reifegrade erreichen.

Wie körperreich ein Wein dadurch tatsächlich wird, entscheidet jedoch nicht allein das Klima. Ein früherer Lesezeitpunkt, Ertragssteuerung und die Art des Ausbaus können vollkommen andere Weine hervorbringen als eine späte Lese mit hoher Traubenreife.

Pinot Gris im Elsass

Im Elsass wird die Rebsorte als Pinot Gris bezeichnet und gehört zu den bedeutenden traditionellen Sorten der Region.

Elsässischer Pinot Gris wird häufig mit körperreicheren und konzentrierteren Weinstilen verbunden. Der offizielle elsässische Weinverband beschreibt unter anderem strukturierte, kraftvolle Weine und nennt auch rauchige sowie reifere Fruchteindrücke als mögliche sensorische Ausprägungen.

Auch hier gilt jedoch: Die französische Bezeichnung Pinot Gris erzeugt nicht automatisch einen bestimmten Geschmack. Entscheidend ist die Art, wie die Rebsorte am jeweiligen Standort kultiviert und anschließend vinifiziert wird.

Pinot Grigio in Italien

In Italien ist dieselbe Rebsorte als Pinot Grigio bekannt. Besonders im Norden des Landes besitzt sie große wirtschaftliche Bedeutung.

International wurde Pinot Grigio vor allem durch leichte, früh zugängliche Weißweine bekannt. Daraus entstand teilweise die Vorstellung, Pinot Grigio sei grundsätzlich leichter als Grauburgunder.

Genetisch gibt es dafür jedoch keine Grundlage: Pinot Grigio und Grauburgunder sind dieselbe Rebsorte. Unterschiede im fertigen Wein entstehen durch Standort, Ertrag, Traubenreife und Vinifikation – nicht durch den Namen auf dem Etikett.

Wie schmeckt Grauburgunder?

Bei Grauburgunder werden häufig Fruchteindrücke von Birne, Apfel, reiferen gelben Früchten oder Nüssen sowie teilweise rauchige und würzige Noten beschrieben.

Solche Angaben können eine Orientierung bieten, bilden aber kein festes Aromaprofil der Rebsorte. Ein früh gelesener, im Edelstahl ausgebauter Grauburgunder kann sensorisch vollkommen anders wirken als ein spät gelesener Wein aus dem Holzfass.

Maischekontakt, Hefelager, biologischer Säureabbau, Restzucker und Flaschenreife können den Charakter zusätzlich verändern.

Warum schmecken viele Grauburgunder ähnlich?

Die enorme Nachfrage nach Grauburgunder hat dazu geführt, dass die Rebsorte in Deutschland in sehr großen Mengen erzeugt wird. Ein erheblicher Teil davon ist als unkomplizierter, früh zugänglicher Weißwein gedacht.

Werden Trauben mit vergleichbaren Reifegraden gelesen und anschließend reduktiv im Edelstahltank zu fruchtbetonten Weinen ausgebaut, können sich stilistische Ähnlichkeiten ergeben. Das ist jedoch eine Folge des gewählten Produktionsziels und keine zwingende Eigenschaft der Rebsorte.

Andere Lesezeitpunkte, geringere Erträge, längerer Hefekontakt, Holzfassausbau oder Maischegärung zeigen, dass Grauburgunder deutlich mehr stilistische Möglichkeiten besitzt.

Welche Rolle spielt der Lesezeitpunkt?

Der Lesezeitpunkt beeinflusst maßgeblich die Zusammensetzung der Trauben. Mit fortschreitender Reife verändern sich unter anderem Zucker, Säure und Aromastoffe.

Wird früher gelesen, können andere Voraussetzungen für einen frischen und schlankeren Weinstil entstehen. Später gelesene Trauben können höhere Mostgewichte und eine stärkere Reife mitbringen.

„Früh“ oder „spät“ ist dabei kein Qualitätsurteil. Entscheidend ist, welchen Wein der Erzeuger erzeugen möchte und ob der gewählte Lesezeitpunkt zum Standort und Jahrgang passt.

Welche Rolle spielt der Ertrag?

Grauburgunder kann gute Erträge liefern. Das Deutsche Weininstitut weist gleichzeitig darauf hin, dass sich die Erträge durch Ausdünnen des Behangs gezielt reduzieren lassen.

Ertragssteuerung beeinflusst die Voraussetzungen für die Traubenreife und kann deshalb Bestandteil einer qualitätsorientierten Bewirtschaftung sein.

Niedriger Ertrag bedeutet jedoch nicht automatisch besseren Wein. Standort, Jahrgang, Pflanzengesundheit, Reife und Kellerarbeit müssen ebenso berücksichtigt werden.

Wird Grauburgunder im Holzfass ausgebaut?

Ja. Neben dem weit verbreiteten Ausbau im Edelstahltank kann Grauburgunder auch im großen Holzfass oder im Barrique vergoren beziehungsweise ausgebaut werden.

Holz kann dabei die Textur und Aromatik des Weines beeinflussen. Zusätzlich spielen Fassgröße, Alter des Holzes, Dauer des Ausbaus und Hefekontakt eine wichtige Rolle.

Ein Holzausbau ist deshalb weder automatisch besser noch schlechter als Edelstahl. Beide Verfahren können sinnvoll sein, wenn sie zum gewünschten Weinstil passen.

Kann Grauburgunder auf der Maische vergoren werden?

Ja. Aufgrund der rosa bis graublau gefärbten Beerenschalen ist Grauburgunder besonders interessant für längeren Maischekontakt oder eine vollständige Maischegärung.

Dabei bleiben Saft und Beerenschalen länger miteinander in Kontakt. Dadurch können mehr Farbstoffe, Gerbstoffe und andere phenolische Bestandteile aus den Schalen in den Wein gelangen.

Solche Weine können deutlich dunkler und strukturierter ausfallen als klassisch weiß gekelterter Grauburgunder. Je nach Dauer und Art des Schalenkontakts reicht die Farbe von einem leichten Kupferton bis zu deutlich kräftigeren Tönen.

Was ist Ramato?

„Ramato“ bedeutet auf Italienisch kupferfarben und bezeichnet eine traditionelle Art der Pinot-Grigio- Vinifikation, bei der der Most für eine gewisse Zeit mit den rötlich gefärbten Beerenschalen in Kontakt bleibt.

Dadurch können kupferfarbene bis roséartige Weine entstehen. Ramato zeigt besonders anschaulich, dass Pinot Grigio nicht zwangsläufig als vollkommen heller, neutraler Weißwein vinifiziert werden muss.

Die Methode nutzt vielmehr genau jene Eigenschaft der Rebsorte, die ihr die Namen Grauburgunder, Pinot Gris und Pinot Grigio gegeben hat: ihre ungewöhnlich gefärbten Beerenschalen.

Ist Grauburgunder ein Orange Wine?

Nicht grundsätzlich. Klassischer Grauburgunder wird wie ein Weißwein gekeltert und ist deshalb kein Orange Wine.

Wird die Rebsorte dagegen mit längerer Maischestandzeit oder vollständig auf den Beerenschalen vergoren, kann daraus ein maischevergorener Weißwein entstehen, der häufig dem Bereich Orange Wine zugeordnet wird.

Die Bezeichnung hängt somit von der Weinbereitung ab und nicht von der Rebsorte selbst.

Kann aus Grauburgunder Süßwein entstehen?

Ja. Grauburgunder kann hohe Mostgewichte erreichen und eignet sich auch für die Erzeugung konzentrierter Süßweine.

Die kompakten Trauben können unter geeigneten Bedingungen von Botrytis befallen werden. Edelfäule kann Wasser aus den Beeren verdunsten lassen und dadurch Inhaltsstoffe des verbleibenden Saftes konzentrieren.

Das Deutsche Weininstitut weist ausdrücklich auf die Eignung der dichtbeerigen Trauben für botrytisierte edelsüße Weine hin.

Ist Grauburgunder säurearm?

Grauburgunder wird häufig mit einer eher milden Säurestruktur in Verbindung gebracht. Wie hoch die tatsächliche Säure eines Weines ausfällt, hängt jedoch wesentlich von Klima, Jahrgang, Standort und Lesezeitpunkt ab.

Gerade der Zeitpunkt der Lese kann deshalb einen erheblichen Einfluss auf die Balance zwischen Reife, Alkohol und Säure besitzen.

Die pauschale Aussage, Grauburgunder sei grundsätzlich weich oder säurearm, greift deshalb zu kurz.

Ist Grauburgunder immer trocken?

Nein. Die Rebsorte kann trocken, mit Restsüße oder als Süßwein ausgebaut werden.

Der heute in Deutschland verbreitete Stil ist häufig trocken, während die historische Bezeichnung Ruländer stärker mit reiferen und teilweise restsüßen Varianten verbunden wurde.

Der Restzuckergehalt ist jedoch eine Eigenschaft des konkreten Weines und keine festgelegte Eigenschaft der Rebsorte.

Kann Grauburgunder reifen?

Grauburgunder kann je nach Herkunft und Ausbau durchaus Reifepotenzial besitzen. Besonders konzentrierte, strukturierte oder im Holz ausgebaute Weine können sich über mehrere Jahre entwickeln.

Auch hochwertige Pinot-Gris-Weine aus dem Elsass zeigen, dass die Rebsorte nicht grundsätzlich für den schnellen Konsum bestimmt ist.

Eine feste Lagerdauer lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Säure, Konzentration, Restzucker, Ausbau, Jahrgang und Lagerbedingungen entscheiden gemeinsam über das Entwicklungspotenzial eines konkreten Weines.

Ist Pinot Grigio schlechter als Grauburgunder?

Nein. Pinot Grigio und Grauburgunder sind dieselbe Rebsorte. Eine qualitative Rangordnung allein aufgrund des Namens ist deshalb nicht sinnvoll.

Dass Pinot Grigio häufig mit leichten, unkomplizierten Weinen verbunden wird und Grauburgunder in Deutschland teilweise mit körperreicheren Varianten, ist das Ergebnis unterschiedlicher Markt- und Weinbautraditionen.

Die Qualität entscheidet sich im Weinberg und im Keller – nicht daran, ob auf dem Etikett Grauburgunder, Pinot Gris oder Pinot Grigio steht.

Rebsorte ist nicht gleich Weinstil

Grauburgunder ist eines der besten Beispiele dafür, warum eine Rebsorte nicht mit einem einzigen Geschmacksprofil gleichgesetzt werden sollte.

Dieselbe Rebsorte kann als leichter Pinot Grigio, trockener deutscher Grauburgunder, körperreicher Pinot Gris, historisch geprägter Ruländer, kupferfarbener Ramato, maischevergorener Orange Wine oder konzentrierter Süßwein erscheinen.

Die genetische Grundlage bleibt dieselbe. Herkunft, Klima, Ertrag, Traubenreife, Lesezeitpunkt, Maischekontakt, Gärung und Ausbau bestimmen gemeinsam, welcher Wein daraus entsteht.

Welches Essen passt zu Grauburgunder?

Die große stilistische Bandbreite macht Grauburgunder zu einem vielseitigen Speisenbegleiter. Leichtere, geradlinige Varianten können beispielsweise zu Gemüse, Fisch, Salaten oder leichter Pasta passen.

Körperreichere oder im Holz ausgebaute Weine können auch kräftigere Fischgerichte, Geflügel, Pilzgerichte oder cremige Speisen begleiten. Maischevergorene Varianten eröffnen durch ihre Gerbstoffstruktur wiederum andere Kombinationsmöglichkeiten.

Entscheidend ist deshalb weniger der Name Grauburgunder als der konkrete Weinstil mit seiner jeweiligen Säure, Struktur, Reife, Süße und seinem Alkoholgehalt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Rebsorte Grauburgunder

Was ist Grauburgunder für eine Rebsorte?
Grauburgunder ist eine weiße Rebsorte aus der Burgunderfamilie und eine natürliche Mutation des Pinot Noir. Charakteristisch sind ihre rosa bis graublau gefärbten Beerenschalen.
Ist Grauburgunder dasselbe wie Pinot Gris?
Ja. Grauburgunder und Pinot Gris sind unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Rebsorte. Pinot Gris ist vor allem die französische Bezeichnung.
Ist Pinot Grigio dasselbe wie Grauburgunder?
Ja. Pinot Grigio ist die italienische Bezeichnung für Grauburgunder. Unterschiedliche Weinstile entstehen nicht durch eine andere Rebsorte, sondern durch Herkunft, Traubenreife und Vinifikation.
Was ist der Unterschied zwischen Grauburgunder und Ruländer?
Ruländer und Grauburgunder bezeichnen dieselbe Rebsorte. Historisch wurde Ruländer in Deutschland häufig mit reiferen, körperreicheren und teilweise restsüßen Weinstilen verbunden, während Grauburgunder heute meist für trockenere Varianten verwendet wird.
Ist Grauburgunder mit Spätburgunder verwandt?
Ja. Grauburgunder entstand als natürliche Mutation des Spätburgunders beziehungsweise Pinot Noir und gehört damit unmittelbar zur Burgunderfamilie.
Warum sind Grauburgunder-Trauben rötlich?
Die Beerenschalen können je nach Reife rosa, rötliche, graublaue oder grauviolette Farbtöne entwickeln. Diese ungewöhnliche Färbung gab der Rebsorte auch ihren Namen.
Warum ist Grauburgunder trotzdem ein Weißwein?
Bei der klassischen Weißweinbereitung werden die Trauben gepresst und der helle Most ohne längeren Kontakt mit den gefärbten Beerenschalen vergoren. Dadurch gelangen nur geringe Mengen der Schalenfarbstoffe in den Wein.
Wie schmeckt Grauburgunder?
Häufig werden Eindrücke von Birne, Apfel, reiferen gelben Früchten, Nüssen sowie teilweise rauchige oder würzige Noten beschrieben. Der tatsächliche Geschmack hängt jedoch stark von Herkunft, Reifegrad und Vinifikation ab.
Ist Grauburgunder immer trocken?
Nein. Grauburgunder kann trocken, mit Restsüße oder als Süßwein ausgebaut werden. Der Restzuckergehalt wird durch die Weinbereitung bestimmt und ist keine feste Eigenschaft der Rebsorte.
Wie viel Grauburgunder gibt es in Deutschland?
Im Jahr 2023 waren nach Angaben des Deutschen Weininstituts 8.372 Hektar Rebfläche in Deutschland mit Grauburgunder bestockt. Das entsprach 8,1 Prozent der gesamten deutschen Rebfläche.
Wo wird Grauburgunder in Deutschland angebaut?
Grauburgunder wird in zahlreichen deutschen Weinregionen angebaut. Besonders große Bedeutung besitzt die Rebsorte unter anderem in Rheinhessen, der Pfalz und Baden.
Was ist Ramato?
Ramato bezeichnet eine traditionelle kupferfarbene Stilistik aus Pinot Grigio. Durch längeren Kontakt des Mostes mit den rosa bis graublau gefärbten Beerenschalen werden Farbe und phenolische Bestandteile extrahiert.
Kann Grauburgunder Orange Wine sein?
Ja, wenn die Trauben wie bei einem maischevergorenen Weißwein längere Zeit gemeinsam mit den Beerenschalen vergoren werden. Klassisch weiß gekelterter Grauburgunder ist dagegen kein Orange Wine.
Wird Grauburgunder im Holzfass ausgebaut?
Das ist möglich. Neben dem Ausbau im Edelstahltank werden manche Grauburgunder im großen Holzfass oder im Barrique vergoren beziehungsweise ausgebaut. Dadurch können sich Struktur und Aromatik des Weines verändern.
Kann Grauburgunder lange reifen?
Hochwertige und entsprechend strukturierte Grauburgunder können mehrere Jahre reifen. Das konkrete Reifepotenzial hängt jedoch von Herkunft, Jahrgang, Säure, Konzentration, Ausbau und Lagerbedingungen ab.
Ist Pinot Grigio schlechter als Grauburgunder?
Nein. Beide Namen bezeichnen dieselbe Rebsorte. Die Qualität eines Weines hängt von Trauben, Herkunft, Bewirtschaftung und Vinifikation ab und nicht davon, welcher der beiden Namen auf dem Etikett steht.
Welches Essen passt zu Grauburgunder?
Leichtere Grauburgunder können beispielsweise Fisch, Gemüse, Salate und leichte Pasta begleiten. Körperreichere oder im Holz ausgebaute Varianten können auch zu Geflügel, Pilzgerichten und cremigeren Speisen passen. Entscheidend ist der konkrete Weinstil.