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Lemberger

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Lemberger und Blaufränkisch – eine Rebsorte, drei Namen

Lemberger und Blaufränkisch sind zwei Bezeichnungen für dieselbe rote Rebsorte. In Deutschland ist vor allem der Name Lemberger gebräuchlich, in Österreich heißt die Sorte Blaufränkisch und in Ungarn ist sie als Kékfrankos bekannt.

Hinter diesen verschiedenen Namen stehen unterschiedliche Weinlandschaften und Traditionen. In Deutschland ist die Rebsorte besonders eng mit Württemberg verbunden, in Österreich besitzt sie vor allem im Burgenland große Bedeutung und in Ungarn gehört Kékfrankos zu den wichtigen roten Rebsorten.

Die Sorte reift vergleichsweise spät und kann Weine mit ausgeprägter Säure- und Gerbstoffstruktur hervorbringen. Wie kräftig, fruchtbetont, kühl, würzig oder konzentriert ein konkreter Wein ausfällt, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten: Standort, Ertrag, Jahrgang, Traubenreife und Vinifikation prägen den fertigen Wein entscheidend mit.

Ist Lemberger dasselbe wie Blaufränkisch?

Ja. Lemberger und Blaufränkisch bezeichnen dieselbe Rebsorte. Auch Kékfrankos in Ungarn und Frankonia in Teilen Italiens und Sloweniens gehören zu den Namen, unter denen die Sorte in Mitteleuropa bekannt ist.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen bedeuten deshalb nicht, dass es sich um unterschiedliche Rebsorten handelt. Sie spiegeln vielmehr die lange Verbreitungsgeschichte der Sorte in verschiedenen mitteleuropäischen Weinregionen wider.

Trotzdem kann ein Lemberger aus Württemberg vollkommen anders wirken als ein Blaufränkisch aus dem Burgenland oder ein ungarischer Kékfrankos. Gleiche Rebsorte bedeutet nicht gleicher Wein.

Warum heißt die Rebsorte in Deutschland Lemberger?

Die Bezeichnung Lemberger ist historisch mit dem Namen Limberger verbunden. Dieser wiederum verweist auf den Ort Limberg bei Maissau im heutigen Niederösterreich, von wo Pflanzmaterial der Rebsorte verbreitet wurde.

In Württemberg setzte sich daraus die Bezeichnung Lemberger durch. Der Name ist also kein Hinweis darauf, dass die Rebsorte ursprünglich aus Württemberg stammt.

Auch der Name Blaufränkisch darf nicht als Beleg für eine Herkunft aus dem heutigen Franken verstanden werden. Die genaue engere ursprüngliche Heimat der alten Rebsorte lässt sich historisch nicht eindeutig bestimmen.

Woher stammt Blaufränkisch?

Blaufränkisch ist eine alte mitteleuropäische Rebsorte. Ihre genaue ursprüngliche Heimat ist nicht abschließend geklärt.

Historisch ist die Sorte besonders mit dem Raum der ehemaligen Habsburgermonarchie verbunden. Heute findet man sie unter verschiedenen Namen unter anderem in Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowenien und weiteren Ländern Mitteleuropas.

Die Geschichte der Rebsorte lässt sich deshalb sinnvoller als mitteleuropäische Verbreitungsgeschichte verstehen, statt sie vorschnell einem einzelnen heutigen Staat zuzuordnen.

Welche Eltern hat Blaufränkisch?

Genetische Untersuchungen haben die Abstammung der Rebsorte genauer geklärt. Blaufränkisch beziehungsweise Lemberger entstand aus einer natürlichen Kreuzung der Blauen Zimmettraube mit Weißem Heunisch.

Weißer Heunisch, international häufig Gouais Blanc genannt, gehört zu den historisch besonders bedeutenden europäischen Rebsorten und findet sich im Stammbaum zahlreicher heute bekannter Sorten.

Die genetische Abstammung liefert interessante Hinweise auf die Geschichte einer Rebsorte. Über den Geschmack eines konkreten Lembergers oder Blaufränkisch sagt sie allerdings wenig aus.

Welche Eigenschaften besitzt die Rebsorte?

Die Rebsorte Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch besitzt einen kräftigen Wuchs und kann gute Erträge liefern. Sie treibt relativ früh aus, während die Trauben vergleichsweise spät reifen.

Der frühe Austrieb kann die Reben gegenüber späten Frühjahrsfrösten empfindlich machen. Gleichzeitig benötigt die späte Reife geeignete Standorte und ausreichend Zeit, damit die Trauben ihre gewünschte Reife erreichen.

Ertragssteuerung, Laubarbeit, Standortwahl und Lesezeitpunkt gehören deshalb zu den wichtigen weinbaulichen Stellschrauben bei dieser Sorte.

Warum braucht Lemberger warme Standorte?

Die vergleichsweise späte Reife bedeutet, dass die Trauben eine lange Vegetationsperiode benötigen. In zu kühlen oder ungünstigen Lagen kann es schwieriger sein, die gewünschte physiologische Reife zu erreichen.

Geeignete Expositionen, ausreichend Wärme und ein langer Herbst können deshalb Vorteile bieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass möglichst viel Hitze automatisch zu besseren Weinen führt.

Auch bei Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch geht es um ein Gleichgewicht aus Reife, Säure, Gerbstoffstruktur und dem vom Erzeuger angestrebten Weinstil.

Lemberger in Deutschland

In Deutschland besitzt die Rebsorte eine ungewöhnlich starke regionale Konzentration. Während sie außerhalb des Südwestens nur eine geringe Rolle spielt, gehört Lemberger in Württemberg zu den prägenden roten Rebsorten.

Nach Angaben des Deutschen Weininstituts waren 2023 in Deutschland 1.917 Hektar mit Lemberger bestockt. Davon entfielen allein 1.757 Hektar auf Württemberg.

Damit liegen mehr als neun Zehntel der deutschen Lemberger-Fläche in einem einzigen Anbaugebiet.

Lemberger in Württemberg

In Württemberg gehört Lemberger zu den wichtigsten roten Rebsorten und besitzt eine lange regionale Tradition.

Die Sorte findet dort geeignete warme Standorte und wird in sehr unterschiedlichen Qualitäts- und Stilrichtungen erzeugt. Neben zugänglicheren Rotweinen entstehen inzwischen zahlreiche anspruchsvolle, herkunftsbezogene und länger ausbaufähige Interpretationen.

Gerade Württemberg zeigt deshalb, warum das frühere Bild vom Lemberger als einfacher regionaler Rotwein der Rebsorte nicht gerecht wird. Ertrag, Lage und Vinifikation ermöglichen ein wesentlich breiteres Spektrum.

Blaufränkisch in Österreich

In Österreich wird die Rebsorte unter dem Namen Blaufränkisch geführt. Ihr wichtigstes Zentrum liegt im Burgenland.

Besonders eng ist die Sorte mit dem Mittelburgenland verbunden, das aufgrund ihrer Bedeutung sogar als „Blaufränkischland“ bekannt ist. Weitere wichtige Herkunftsgebiete befinden sich unter anderem am Leithaberg und am Eisenberg.

Auch innerhalb des Burgenlandes entstehen dabei sehr unterschiedliche Weine. Boden, Höhenlage, Exposition, Klima und Ausbau können den Charakter eines Blaufränkisch erheblich verändern.

Was ist Kékfrankos?

Kékfrankos ist die ungarische Bezeichnung für Blaufränkisch beziehungsweise Lemberger. Es handelt sich also auch hier nicht um eine eigene Rebsorte.

Die Sorte ist in Ungarn weit verbreitet und spielt in mehreren Weinregionen eine bedeutende Rolle. Dazu gehören unter anderem Sopron, Eger, Szekszárd und Gebiete rund um den Balaton.

Unterschiedliche Böden und klimatische Bedingungen sorgen auch dort für eine große Bandbreite. Der Name Kékfrankos bezeichnet die Rebsorte – nicht einen einheitlichen ungarischen Weinstil.

Warum können Lemberger und Blaufränkisch unterschiedlich schmecken?

Die unterschiedlichen Namen führen manchmal zu der Vorstellung, Lemberger und Blaufränkisch seien zumindest stilistisch zwei verschiedene Rebsorten. Tatsächlich liegen die Unterschiede im Weinbau und in der Vinifikation.

Klima, Böden, Höhenlage, Ertragsniveau und Lesezeitpunkt können bereits die Zusammensetzung der Trauben deutlich beeinflussen. Hinzu kommen unterschiedliche Ausbauphilosophien und vorhandenes Rebmaterial.

Ein im Edelstahl oder gebrauchten großen Holzfass ausgebauter Wein kann sich entsprechend stark von einem konzentrierten, in kleinen neuen Holzfässern gereiften Wein unterscheiden – obwohl beide aus Blaufränkisch bestehen.

Welche Rolle spielen Klone und Rebmaterial?

Rebsorten sind keine vollkommen einheitlichen Pflanzenbestände. Durch jahrhundertelange vegetative Vermehrung entstehen innerhalb einer Sorte unterschiedliche Klone und Populationen.

Diese können sich beispielsweise in Wuchs, Ertrag, Traubenstruktur oder Reifeverhalten unterscheiden. Unterschiedliches Rebmaterial kann deshalb neben Standort und Bewirtschaftung ein weiterer Faktor sein, wenn Lemberger, Blaufränkisch oder Kékfrankos aus verschiedenen Regionen miteinander verglichen werden.

Auch daraus folgt jedoch kein einfaches Qualitätsurteil. Entscheidend ist, wie gut das jeweilige Pflanzenmaterial zum Standort und zum angestrebten Wein passt.

Wie schmeckt Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch?

Bei Weinen aus der Rebsorte werden häufig dunkle und rote Fruchteindrücke, würzige Noten sowie eine ausgeprägte Säure- und Gerbstoffstruktur beschrieben.

Solche Angaben können eine Orientierung bieten, sind aber kein festgeschriebenes Aromaprofil. Ein früh gelesener Lemberger aus Württemberg kann sensorisch vollkommen anders wirken als ein hochreifer Blaufränkisch aus dem Burgenland oder ein Kékfrankos aus Ungarn.

Maischegärung, Extraktion, Ganztraubenanteil, Fassausbau und Flaschenreife verändern den Charakter zusätzlich.

Hat Lemberger viel Säure?

Eine lebendige Säurestruktur gehört zu den häufig mit der Rebsorte verbundenen Eigenschaften. Wie ausgeprägt diese im fertigen Wein erscheint, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.

Jahrgang, Standort und Lesezeitpunkt beeinflussen die Säurewerte der Trauben. Gleichzeitig verändert die Balance mit Alkohol, Extrakt und Gerbstoffen die sensorische Wahrnehmung.

„Lemberger hat viel Säure“ ist deshalb als allgemeine Tendenz verständlich, beschreibt aber keinen konkreten Wein vollständig.

Hat Blaufränkisch viele Tannine?

Blaufränkisch kann eine deutlich wahrnehmbare Gerbstoffstruktur entwickeln. Wie kräftig diese ausfällt, hängt jedoch nicht allein von der Rebsorte ab.

Reifegrad der Trauben, Dauer der Maischegärung, Extraktionsintensität, Ganztraubenverarbeitung und Ausbau beeinflussen Menge und Wahrnehmung der Gerbstoffe.

Mit zunehmender Reife des Weines können sich Gerbstoffe zudem sensorisch verändern und weniger kantig erscheinen.

Welche Rolle spielt der Ertrag?

Die Rebsorte kann produktiv sein. Deshalb gehört die Steuerung des Ertrags zu den wichtigen Werkzeugen des Winzers.

Für konzentriertere Weine können geringere Erträge angestrebt werden. Eine pauschale Gleichung zwischen möglichst niedrigem Ertrag und möglichst hoher Qualität wäre jedoch zu einfach.

Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Ertrag, Blattfläche, Wasserversorgung, Standort und gewünschter Traubenreife.

Welche Rolle spielt der Lesezeitpunkt?

Weil Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch spät reift, besitzt der Lesezeitpunkt besondere Bedeutung.

Während der Reife verändern sich Zucker, Säure, Aromavorstufen und die phenolische Reife der Beeren. Ein längeres Hängenlassen kann deshalb andere Voraussetzungen schaffen als eine frühere Lese.

Später ist dabei nicht automatisch besser. Überreife kann ebenso wenig das Ziel jedes Erzeugers sein wie möglichst frühe Lese. Entscheidend ist die Balance, die für den jeweiligen Standort und Weinstil angestrebt wird.

Wird Lemberger im Holzfass ausgebaut?

Ja. Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch kann sowohl im Edelstahltank als auch in großen Holzfässern oder kleineren Fässern ausgebaut werden.

Holz beeinflusst dabei nicht nur die Aromatik. Fassgröße, Alter des Holzes, Sauerstoffkontakt und Dauer der Reife können auch Textur und Entwicklung des Weines verändern.

Ein Ausbau im Holz ist deshalb kein Qualitätsmerkmal an sich. Entscheidend ist, ob er zum Ausgangsmaterial und zum gewünschten Stil des Weines passt.

Kann Blaufränkisch mit ganzen Trauben vergoren werden?

Ja. Einige Erzeuger verarbeiten Blaufränkisch oder Kékfrankos teilweise oder vollständig als ganze Trauben. Dabei gelangen neben den Beeren auch Stiele in die Gärung.

Diese Form der Vinifikation kann Gerbstoffstruktur, Aromatik und Mundgefühl verändern. Ob sie sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Reife und Beschaffenheit der Stiele sowie vom gewünschten Weinstil ab.

Auch hier handelt es sich also um eine Entscheidung im Keller und nicht um eine notwendige Eigenschaft eines Blaufränkisch.

Kann Lemberger reinsortig ausgebaut werden?

Ja. Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch wird in Deutschland, Österreich und Ungarn häufig reinsortig ausgebaut.

Gleichzeitig kann die Rebsorte Bestandteil von Cuvées sein. In Österreich ist Blaufränkisch beispielsweise auch als Kreuzungspartner historisch bedeutsam: Die Rebsorte Zweigelt entstand aus Blaufränkisch und St. Laurent.

Reinsortigkeit ist dabei kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob die Zusammensetzung eines Weines zum jeweiligen Ausgangsmaterial und zur Idee des Erzeugers passt.

Wie ist Blaufränkisch mit Zweigelt verwandt?

Blaufränkisch ist ein Elternteil der Rebsorte Zweigelt. Diese wurde 1922 von Friedrich Zweigelt aus Blaufränkisch und St. Laurent gekreuzt.

Damit findet sich Blaufränkisch nicht nur als historische Rebsorte im mitteleuropäischen Weinbau, sondern auch im Stammbaum einer der heute wichtigsten österreichischen roten Rebsorten.

Kann Lemberger lange reifen?

Strukturierte Lemberger- und Blaufränkisch-Weine können ein gutes Reifepotenzial besitzen. Säure und Gerbstoffe können dabei wichtige Voraussetzungen für eine längere Entwicklung darstellen.

Mit zunehmender Flaschenreife können sich Frucht, Gerbstoffstruktur und weitere Aromen verändern. Wie lange ein konkreter Wein sinnvoll gelagert werden kann, lässt sich jedoch nicht allein aus der Rebsorte ableiten.

Konzentration, Jahrgang, Ausbau, Säure, Gerbstoffe, Verschluss und Lagerbedingungen müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Ist Lemberger ein schwerer Rotwein?

Nicht zwangsläufig. Aus der Rebsorte können kräftige und konzentrierte Rotweine entstehen, sie lässt sich aber ebenso zu schlankeren und frischeren Weinstilen vinifizieren.

Traubenreife, Ertrag, Alkoholgehalt, Extraktion und Fassausbau beeinflussen das Körpergefühl eines Weines erheblich.

Die Vorstellung, Lemberger müsse grundsätzlich schwer und dunkel sein, wird der stilistischen Bandbreite der Rebsorte deshalb nicht gerecht.

Ist Blaufränkisch besser als Lemberger?

Nein. Beide Namen bezeichnen dieselbe Rebsorte und erlauben für sich genommen keinerlei Qualitätsurteil.

Dass mit dem Namen Blaufränkisch heute häufig anspruchsvolle österreichische Herkunftsweine verbunden werden, während Lemberger in Deutschland historisch auch als unkomplizierter regionaler Rotwein bekannt wurde, beschreibt unterschiedliche Weintraditionen und Marktgeschichten.

Die Qualität entsteht im Weinberg und im Keller – nicht dadurch, welcher Name der Rebsorte auf dem Etikett steht.

Rebsorte ist nicht gleich Weinstil

Lemberger, Blaufränkisch und Kékfrankos sind ein besonders schönes Beispiel dafür, wie wenig ein Rebsortenname allein über einen fertigen Wein aussagt.

Dieselbe genetische Rebsorte kann in Württemberg, im Burgenland oder in Ungarn unter sehr unterschiedlichen klimatischen und geologischen Bedingungen wachsen. Zusätzlich unterscheiden sich Rebmaterial, Bewirtschaftung, Lesezeitpunkt und Ausbau.

Früher Austrieb, späte Reife und die grundsätzliche Fähigkeit, Säure und Gerbstoffstruktur hervorzubringen, gehören zu den Eigenschaften der Sorte. Welcher Wein daraus entsteht, entscheidet sich dagegen erst am konkreten Standort und durch die Arbeit des Winzers.

Welches Essen passt zu Lemberger und Blaufränkisch?

Die passende Speisenbegleitung richtet sich nach dem konkreten Weinstil. Frischere, weniger extrahierte Varianten können beispielsweise zu Pilzen, Geflügel, Pasta oder gegrilltem Gemüse passen.

Kräftigere, gerbstoffreichere und länger ausgebaute Lemberger- oder Blaufränkisch-Weine können auch gebratenes oder geschmortes Fleisch, Wild und kräftigere Gerichte begleiten.

Entscheidend sind Säure, Gerbstoff, Körper, Alkohol und Ausbau des konkreten Weines – nicht allein die Rebsortenbezeichnung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Lemberger und Blaufränkisch

Ist Lemberger dasselbe wie Blaufränkisch?
Ja. Lemberger und Blaufränkisch sind unterschiedliche Namen für dieselbe rote Rebsorte. In Deutschland ist Lemberger gebräuchlich, in Österreich Blaufränkisch.
Ist Kékfrankos dasselbe wie Lemberger?
Ja. Kékfrankos ist die ungarische Bezeichnung für dieselbe Rebsorte, die in Deutschland Lemberger und in Österreich Blaufränkisch heißt.
Woher stammt Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch?
Blaufränkisch ist eine alte mitteleuropäische Rebsorte. Ihre genaue engere ursprüngliche Heimat ist historisch nicht abschließend geklärt. Die Sorte ist seit langer Zeit in mehreren Ländern Mitteleuropas verbreitet.
Welche Eltern hat Blaufränkisch?
Die Rebsorte entstand aus einer natürlichen Kreuzung der Blauen Zimmettraube mit Weißem Heunisch.
Warum heißt Blaufränkisch in Deutschland Lemberger?
Die deutsche Bezeichnung geht historisch auf den Namen Limberger und damit auf den Ort Limberg bei Maissau in Niederösterreich zurück. In Württemberg etablierte sich daraus der Name Lemberger.
Wo wird Lemberger in Deutschland angebaut?
Der deutsche Anbau konzentriert sich sehr stark auf Württemberg. 2023 lagen dort nach Angaben des Deutschen Weininstituts 1.757 der insgesamt 1.917 deutschen Lemberger-Hektar.
Wo wird Blaufränkisch in Österreich angebaut?
Das wichtigste österreichische Anbaugebiet ist das Burgenland. Besonders bedeutend ist die Rebsorte im Mittelburgenland sowie am Leithaberg und Eisenberg.
Wie schmeckt Lemberger beziehungsweise Blaufränkisch?
Häufig werden rote und dunkle Frucht, würzige Eindrücke, lebendige Säure und eine ausgeprägte Gerbstoffstruktur beschrieben. Der konkrete Geschmack hängt jedoch stark von Herkunft, Reifegrad und Vinifikation ab.
Ist Lemberger ein schwerer Rotwein?
Nicht grundsätzlich. Die Rebsorte kann sowohl frischere und schlankere als auch konzentrierte und kräftige Rotweine hervorbringen. Der Stil hängt von Standort, Traubenreife und Ausbau ab.
Hat Lemberger viel Säure?
Eine lebendige Säurestruktur gehört zu den häufigen Eigenschaften der Rebsorte. Wie deutlich sie im fertigen Wein wahrgenommen wird, hängt jedoch unter anderem von Jahrgang, Standort, Lesezeitpunkt und Ausbau ab.
Hat Blaufränkisch viele Tannine?
Blaufränkisch kann eine deutliche Gerbstoffstruktur entwickeln. Reifegrad, Maischegärung, Extraktion und Ausbau beeinflussen jedoch erheblich, wie kräftig und wie reif die Tannine im fertigen Wein wirken.
Ist Blaufränkisch mit Zweigelt verwandt?
Ja. Blaufränkisch ist gemeinsam mit St. Laurent ein Elternteil der Rebsorte Zweigelt, die 1922 in Österreich gekreuzt wurde.
Kann Lemberger lange reifen?
Strukturierte Lemberger- und Blaufränkisch-Weine können sich über mehrere Jahre entwickeln. Das konkrete Reifepotenzial hängt von Jahrgang, Säure, Gerbstoff, Konzentration, Ausbau und Lagerbedingungen ab.
Wird Blaufränkisch im Holzfass ausgebaut?
Das ist möglich. Neben Edelstahl können große Holzfässer oder kleinere Fässer zum Einsatz kommen. Fassgröße, Alter des Holzes und Dauer des Ausbaus beeinflussen die Entwicklung des Weines.
Ist Blaufränkisch besser als Lemberger?
Nein. Beide Namen bezeichnen dieselbe Rebsorte. Die Qualität eines Weines hängt von Trauben, Standort, Bewirtschaftung und Vinifikation ab und nicht davon, welcher Name auf dem Etikett steht.
Welches Essen passt zu Lemberger?
Je nach Stil kann Lemberger zu Pilzen, Geflügel, Gegrilltem und Pasta ebenso passen wie zu kräftigeren Fleisch- und Schmorgerichten. Entscheidend sind Säure, Gerbstoff, Körper und Ausbau des konkreten Weines.