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Sauvignon Blanc

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Sauvignon Blanc – eine Rebsorte, viele Ausdrucksformen

Sauvignon Blanc gehört zu den international bedeutendsten weißen Rebsorten. Ihre historischen Wurzeln liegen in Frankreich, wo sie besonders an der Loire und in Bordeaux eine lange Tradition besitzt.

Heute wird Sauvignon Blanc weit über Frankreich hinaus angebaut. Besonders bekannt sind neben den klassischen französischen Herkunftsgebieten die Weine aus Neuseeland, Südafrika, Chile, Kalifornien, Österreich, Italien und zunehmend auch Deutschland.

Diese internationale Verbreitung zeigt zugleich, warum sich die Rebsorte nicht auf ein einziges Geschmacksprofil reduzieren lässt. Klima, Standort, Traubenreife, Ertrag und Weinbereitung können aus Sauvignon Blanc ausgesprochen unterschiedliche Weine entstehen lassen.

Woher stammt Sauvignon Blanc?

Sauvignon Blanc ist eine alte französische Rebsorte. Besonders lange ist sie mit dem westlichen und zentralen Frankreich verbunden.

Sowohl Bordeaux als auch das Loiretal gehören zu ihren historischen Zentren. Eine allzu einfache Zuordnung der Entstehung zu einem einzigen heutigen Weinbaugebiet ist bei einer alten Rebsorte jedoch mit Vorsicht zu betrachten.

Sicher ist vor allem ihre tiefe historische Verwurzelung im französischen Weinbau und ihre spätere Verbreitung in nahezu alle bedeutenden Weinbauländer.

Ist Sauvignon Blanc mit Cabernet Sauvignon verwandt?

Ja – und zwar unmittelbar. Die rote Rebsorte Cabernet Sauvignon entstand aus einer natürlichen Kreuzung von Sauvignon Blanc und Cabernet Franc.

Damit ist Sauvignon Blanc tatsächlich ein Elternteil einer der berühmtesten roten Rebsorten der Welt.

Die Verwandtschaft bedeutet allerdings nicht, dass die daraus erzeugten Weine sensorisch unmittelbar vergleichbar sein müssen. Weiße und rote Trauben, unterschiedliche Inhaltsstoffe und völlig andere Weinbereitungsverfahren führen zu grundlegend verschiedenen Weintypen.

Wo wird Sauvignon Blanc angebaut?

Sauvignon Blanc wird heute weltweit kultiviert. Zu den klassischen europäischen Herkunftsgebieten gehören insbesondere Frankreich, Italien und Österreich.

International haben vor allem Neuseeland und dort insbesondere Marlborough erheblich zur Popularität der Rebsorte beigetragen. Daneben findet man bedeutende Pflanzungen unter anderem in Südafrika, Chile, Australien und den USA.

Auch in Deutschland hat sich die Rebsorte etabliert. Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen dieser Anbaugebiete tragen zu einer bemerkenswert großen stilistischen Bandbreite bei.

Welche Bedeutung hat Sauvignon Blanc an der Loire?

Die Loire gehört zu den klassischen europäischen Heimaten der Rebsorte.

Besonders berühmt sind Sancerre und Pouilly-Fumé im östlichen Teil des Loiretals. Dort entstehen überwiegend trockene Weißweine, bei denen die Herkunft häufig stärker in den Vordergrund gestellt wird als der Rebsortenname.

Sauvignon Blanc findet sich darüber hinaus in weiteren Appellationen der Loire, beispielsweise in Touraine. Schon innerhalb des Loiretals können unterschiedliche Böden, Expositionen, Mikroklimata und Weinbereitungsmethoden zu sehr verschiedenen Interpretationen führen.

Ist Sancerre Sauvignon Blanc?

Weißer Sancerre wird aus Sauvignon Blanc erzeugt. „Sancerre“ bezeichnet jedoch nicht die Rebsorte, sondern die geschützte Herkunft an der Loire.

Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zwischen rebsortenorientierter und herkunftsorientierter Weinkultur: Auf einer Flasche Sancerre muss nicht der Begriff Sauvignon Blanc im Mittelpunkt stehen, obwohl die Rebsorte den Weißwein prägt.

Sancerre kann übrigens auch Rot- und Roséwein hervorbringen. Diese werden aus Pinot Noir erzeugt.

Was ist Pouilly-Fumé?

Pouilly-Fumé ist eine geschützte Herkunft auf der gegenüberliegenden beziehungsweise benachbarten Seite der Loire rund um Pouilly-sur-Loire.

Die Weißweine werden aus Sauvignon Blanc erzeugt. Die Rebsorte wird dort traditionell teilweise auch Blanc Fumé genannt.

Pouilly-Fumé sollte nicht mit Pouilly-Fuissé verwechselt werden. Pouilly-Fuissé liegt im Burgund und wird aus Chardonnay erzeugt.

Was bedeutet „Fumé“ bei Sauvignon Blanc?

Der Begriff „fumé“ bedeutet auf Französisch „geräuchert“ oder „rauchig“. Im Zusammenhang mit Sauvignon Blanc begegnet er unter anderem beim traditionellen Namen Blanc Fumé und bei der Herkunftsbezeichnung Pouilly-Fumé.

Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, dass jeder Pouilly-Fumé zwangsläufig deutlich rauchig schmecken muss.

Sensorische Eindrücke entstehen aus dem Zusammenspiel von Traubenmaterial, Gärung, Ausbau und Reife. Der Name einer Herkunft ist keine garantierte Aromabeschreibung.

Was ist Fumé Blanc?

Fumé Blanc ist keine eigenständige Rebsorte. Der Begriff wird vor allem in den USA als alternative Bezeichnung für Sauvignon-Blanc-Weine verwendet.

Historisch wurde die Bezeichnung in Kalifornien populär und orientiert sich sprachlich am französischen Blanc Fumé beziehungsweise Pouilly-Fumé.

Fumé Blanc kann mit einem im Holz ausgebauten Stil verbunden sein, der Begriff allein garantiert jedoch keine bestimmte Art der Weinbereitung.

Welche Rolle spielt Sauvignon Blanc in Bordeaux?

In Bordeaux gehört Sauvignon Blanc zu den wichtigsten weißen Rebsorten.

Dort wird sie sowohl für trockene Weißweine als auch als Bestandteil edelsüßer Weine verwendet. Besonders häufig begegnet Sauvignon Blanc in Verbindung mit Sémillon.

Während Sauvignon Blanc häufig Frische und Säure in eine Cuvée einbringt, besitzt Sémillon andere strukturelle Voraussetzungen. Wie sich beide Sorten im fertigen Wein zeigen, hängt jedoch von ihren Anteilen, ihrer Reife und der Weinbereitung ab.

Warum werden Sauvignon Blanc und Sémillon verschnitten?

Die Verbindung von Sauvignon Blanc und Sémillon gehört zu den klassischen Weißwein-Cuvées von Bordeaux.

Die beiden Rebsorten besitzen unterschiedliche Eigenschaften und können sich dadurch ergänzen. Sauvignon Blanc kann eine ausgeprägte Säurestruktur und aromatische Intensität beitragen, während Sémillon häufig für Volumen und Textur geschätzt wird.

Eine Cuvée sollte jedoch nicht als mathematische Addition fester Rebsorteneigenschaften verstanden werden. Standort, Reifegrad und Ausbau bestimmen wesentlich mit, wie die einzelnen Bestandteile später wahrgenommen werden.

Wird Sauvignon Blanc auch für Süßwein verwendet?

Ja. Sauvignon Blanc ist keineswegs ausschließlich eine Rebsorte für trockene, jung zu trinkende Weißweine.

In Bordeaux kann sie beispielsweise gemeinsam mit Sémillon Bestandteil hochwertiger edelsüßer Weine sein. Dabei spielt unter geeigneten Bedingungen die Edelfäule durch Botrytis cinerea eine wichtige Rolle.

Auch außerhalb Bordeaux können aus Sauvignon Blanc edelsüße Weine wie Beerenauslesen entstehen.

Welche Rolle spielt Botrytis bei Sauvignon Blanc?

Botrytis cinerea kann je nach Bedingungen entweder unerwünschte Fäulnis verursachen oder als sogenannte Edelfäule gezielt für die Erzeugung konzentrierter Süßweine genutzt werden.

Bei geeigneter Witterung perforiert der Pilz die Beerenschale. Wasser verdunstet, wodurch Zucker, Säuren und andere Inhaltsstoffe in der verbleibenden Flüssigkeit konzentriert werden.

Ob Botrytis erwünscht ist, hängt deshalb vollständig vom Produktionsziel und von den Bedingungen im Weinberg ab.

Warum ist Sauvignon Blanc aus Neuseeland so bekannt?

Neuseeland und insbesondere Marlborough haben seit dem späten 20. Jahrhundert entscheidend zur weltweiten Popularität von Sauvignon Blanc beigetragen.

Viele dieser Weine wurden durch eine besonders intensive, unmittelbar erkennbare Aromatik bekannt. Das führte dazu, dass dieser Stil für zahlreiche Weintrinker geradezu zum Synonym für Sauvignon Blanc wurde.

Er stellt jedoch nur eine mögliche Interpretation der Rebsorte dar. Ein Sauvignon Blanc von der Loire, aus Bordeaux oder aus einem anderen Klima muss diesem Geschmacksbild keineswegs entsprechen.

Wie schmeckt Sauvignon Blanc?

Sauvignon Blanc wird häufig mit Zitrusfrüchten, Stachelbeere, Kräutern, Gras, grünen Früchten oder tropischen Fruchteindrücken in Verbindung gebracht.

Diese Beschreibungen können bei der sensorischen Orientierung helfen, sind aber keine feste Aromaschablone. Die Intensität und Art der Aromatik hängen erheblich von Standort, Reifegrad und Weinbereitung ab.

Ein Sauvignon Blanc muss deshalb weder nach Stachelbeere noch nach Gras oder Passionsfrucht schmecken, um sortentypisch und hochwertig zu sein.

Warum riecht Sauvignon Blanc manchmal nach Stachelbeere oder Gras?

Ein Teil der für Sauvignon Blanc typischen pflanzlichen Aromatik wird mit sogenannten Methoxypyrazinen in Verbindung gebracht.

Diese Verbindungen kommen natürlicherweise in den Trauben vor und besitzen bereits in sehr niedrigen Konzentrationen eine intensive sensorische Wirkung. Sie können Assoziationen an grüne Paprika, Kräuter oder frisch geschnittenes Pflanzenmaterial hervorrufen.

Ihre Konzentration und Wahrnehmung werden unter anderem durch Traubenreife, Lichtverhältnisse im Weinberg und die weitere Weinbereitung beeinflusst.

Warum riecht Sauvignon Blanc manchmal nach Passionsfrucht?

Neben Methoxypyrazinen spielen bei Sauvignon Blanc auch flüchtige Schwefelverbindungen, sogenannte Thiole, eine wichtige Rolle.

Bestimmte Thiole können sensorische Eindrücke hervorrufen, die beispielsweise an Passionsfrucht, Grapefruit oder andere intensive Fruchtaromen erinnern.

Die aromatisch wirksamen Verbindungen entstehen beziehungsweise werden teilweise erst während der Gärung aus geruchlosen Vorstufen freigesetzt. Deshalb hat die Arbeit im Keller erheblichen Einfluss darauf, wie ein Sauvignon Blanc später riecht.

Was sind Pyrazine bei Sauvignon Blanc?

Methoxypyrazine sind eine Gruppe besonders geruchsaktiver Verbindungen, die natürlicherweise in verschiedenen Pflanzen und auch in bestimmten Rebsorten vorkommen.

Sauvignon Blanc kann vergleichsweise deutlich von diesen Verbindungen geprägt sein. Auch sein genetischer Nachkomme Cabernet Sauvignon und dessen Elternteil Cabernet Franc können entsprechende vegetale Aromaeindrücke zeigen.

Die bloße Anwesenheit solcher Verbindungen bedeutet jedoch nicht, dass jeder Wein gleich riecht. Konzentration, Reifegrad und das Zusammenspiel mit zahlreichen anderen Aromastoffen sind entscheidend.

Was sind Thiole bei Sauvignon Blanc?

Flüchtige Thiole gehören zu den wichtigsten Aromaverbindungen, die mit der charakteristischen Fruchtigkeit vieler Sauvignon-Blanc-Weine verbunden werden.

In der Traube liegen entsprechende Vorstufen teilweise zunächst geruchlos vor. Während der alkoholischen Gärung können Hefen daraus aromatisch aktive Verbindungen freisetzen.

Hefestamm, Gärbedingungen, Sauerstoffmanagement und weitere Entscheidungen im Keller können deshalb beeinflussen, wie stark diese Aromatik später ausgeprägt ist.

Warum kann Sauvignon Blanc so unterschiedlich aromatisch sein?

Das Aromabild beginnt bereits im Weinberg. Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wasserhaushalt, Laubwand, Traubenreife und Lesezeitpunkt verändern die Zusammensetzung der Trauben.

Im Keller kommen Pressung, Maischestandzeit, Mostklärung, Hefen, Gärtemperatur, Sauerstoffkontakt und Ausbau hinzu.

Deshalb kann aus derselben Rebsorte ein sehr aromatischer, fruchtbetonter Wein ebenso entstehen wie ein zurückhaltender, strukturbetonter Sauvignon Blanc.

Welche Rolle spielt der Lesezeitpunkt?

Der Reifegrad der Trauben hat bei Sauvignon Blanc erheblichen Einfluss auf das spätere Gleichgewicht des Weines.

Mit zunehmender Reife verändern sich Zucker, Säuren und aromatische Komponenten. Gleichzeitig können bestimmte vegetale Eindrücke abnehmen, während andere Aromakomponenten stärker hervortreten.

Ein möglichst später Lesezeitpunkt ist deshalb nicht automatisch besser. Entscheidend ist die gewünschte Balance zwischen Reife, Säure, Aromatik und physiologischem Zustand der Trauben.

Hat Sauvignon Blanc viel Säure?

Sauvignon Blanc kann eine ausgeprägte Säurestruktur bewahren und wird deshalb häufig als frisch und lebendig wahrgenommen.

Wie hoch die Säure tatsächlich ist und wie deutlich sie sensorisch erscheint, hängt jedoch von Klima, Reifegrad und Weinbereitung ab.

Alkohol, Extrakt, Restzucker und Textur beeinflussen zusätzlich, wie Säure im fertigen Wein wahrgenommen wird.

Wird Sauvignon Blanc im Edelstahltank ausgebaut?

Häufig ja. Edelstahl ermöglicht einen weitgehend neutralen Ausbau und wird deshalb oft eingesetzt, wenn Frische und primäre Aromatik im Vordergrund stehen sollen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Edelstahl der „richtige“ Ausbau für Sauvignon Blanc wäre. Die Rebsorte kann ebenso in Holz, Beton oder anderen Gebinden vergoren und ausgebaut werden.

Das Gefäß ist ein Werkzeug der Weinbereitung und keine festgeschriebene Eigenschaft der Rebsorte.

Kann Sauvignon Blanc im Holzfass ausgebaut werden?

Ja. Besonders komplexe Sauvignon-Blanc-Weine und Cuvées mit Sémillon werden teilweise in Holzfässern vergoren oder ausgebaut.

Holz kann Sauerstoffaustausch, Textur und Aromatik beeinflussen. Die Wirkung hängt stark von Fassgröße, Alter des Holzes, Toasting und Dauer des Ausbaus ab.

Ein großes gebrauchtes Fass wirkt dabei anders als ein kleines neues Barrique.

Welche Rolle spielt die Hefe beim Ausbau?

Nach der Gärung kann Sauvignon Blanc für längere Zeit auf der Feinhefe verbleiben. Dieser Hefekontakt kann Textur und Mundgefühl verändern und den Wein strukturell komplexer wirken lassen.

Auch regelmäßiges Aufrühren der Hefe, die sogenannte Bâtonnage, ist bei bestimmten Ausbauformen möglich.

Ob und wie diese Methoden eingesetzt werden, ist eine stilistische Entscheidung des Erzeugers und keine Voraussetzung für hochwertigen Sauvignon Blanc.

Muss Sauvignon Blanc jung getrunken werden?

Nein. Viele unkomplizierte Sauvignon-Blanc-Weine sind bewusst für einen frischen, frühen Genuss erzeugt. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Regel für die Rebsorte ableiten.

Hochwertige Sauvignon-Blanc-Weine aus geeigneten Herkünften können über Jahre und teilweise deutlich länger reifen.

Säure, Konzentration, Extrakt, Ausbau und Flaschenlagerung bestimmen gemeinsam, wie gut sich ein konkreter Wein entwickelt.

Wie verändert sich Sauvignon Blanc mit der Reife?

Mit zunehmender Flaschenreife können primäre, unmittelbar fruchtige und pflanzliche Eindrücke in den Hintergrund treten.

Gleichzeitig können sich komplexere Reifearomen und eine stärker integrierte Struktur entwickeln. Bei geeigneten Weinen kann gerade diese Entwicklung einen wesentlichen Teil ihres Reizes ausmachen.

Nicht jeder Sauvignon Blanc profitiert jedoch von langer Lagerung. Das Reifepotenzial muss immer für den konkreten Wein beurteilt werden.

Was bedeutet „mineralisch“ bei Sauvignon Blanc?

Besonders bei Sauvignon Blanc von der Loire wird häufig der Begriff „mineralisch“ verwendet.

Sensorisch kann damit beispielsweise ein wenig fruchtbetonter, straffer, salzig wirkender oder steinartig assoziierter Eindruck gemeint sein. Der Begriff besitzt jedoch keine einheitliche chemische Definition.

Mineralstoffe aus dem Boden werden nicht einfach als Geschmack von Feuerstein, Kalk oder Kreide in die Trauben transportiert. Boden wirkt vielmehr indirekt über Wasserhaushalt, Nährstoffversorgung, Durchwurzelung und Wachstumsbedingungen.

Schmeckt Pouilly-Fumé nach Feuerstein?

Feuerstein gehört zu den klassischen sensorischen Assoziationen, die bei Pouilly-Fumé häufig genannt werden. Sie sollte jedoch nicht als zwingende Eigenschaft der Herkunft verstanden werden.

Ein Weinberg mit Feuerstein im Untergrund überträgt keinen Feuersteingeschmack direkt in die Trauben. Rauchige oder reduktive Eindrücke können vielmehr aus unterschiedlichen Vorgängen während Gärung, Ausbau und Reifung entstehen.

Die Geologie bleibt dennoch wichtig, weil sie die Wachstumsbedingungen der Reben beeinflusst.

Ist Sauvignon Blanc immer trocken?

Nein. Ein großer Teil der international bekannten Sauvignon-Blanc-Weine wird trocken ausgebaut, doch die Rebsorte kann auch für restsüße und edelsüße Weine verwendet werden.

Bordeaux liefert dafür klassische Beispiele, bei denen Sauvignon Blanc gemeinsam mit Sémillon eingesetzt werden kann.

Trocken oder süß ist somit eine Eigenschaft des fertigen Weines und nicht der Rebsorte selbst.

Ist Sauvignon Blanc immer ein leichter Weißwein?

Nein. Frische, früh zugängliche Sauvignon-Blanc-Weine können vergleichsweise leicht wirken, die Rebsorte ist jedoch nicht auf diesen Stil beschränkt.

Reife Trauben, niedrige Erträge, längerer Hefekontakt, Holzfassausbau oder die Verbindung mit Sémillon können wesentlich strukturiertere Weine ermöglichen.

Auch hier entscheidet der konkrete Wein stärker über Stil und Gewicht als der Rebsortenname allein.

Was ist der Unterschied zwischen Sauvignon Blanc und Chardonnay?

Sauvignon Blanc und Chardonnay sind eigenständige weiße Rebsorten.

Sauvignon Blanc besitzt bestimmte aromatische Verbindungen wie Methoxypyrazine und Thiolvorstufen, die für viele seiner bekannten Ausdrucksformen relevant sind. Chardonnay wird dagegen häufig als aromatisch neutralere Rebsorte eingeordnet.

Dennoch können Ausbau und Herkunft die Unterschiede stark verändern. Beide Rebsorten können im Edelstahl, im Holz, auf der Hefe und in sehr unterschiedlichen Klimazonen ausgebaut beziehungsweise angebaut werden.

Was ist der Unterschied zwischen Sauvignon Blanc und Sémillon?

Sauvignon Blanc und Sémillon sind zwei eigenständige weiße Rebsorten, die besonders in Bordeaux traditionell miteinander kombiniert werden.

Sauvignon Blanc wird häufig wegen seiner Säure und aromatischen Intensität geschätzt, während Sémillon andere Voraussetzungen für Textur, Körper und Reife mitbringt.

Gerade ihre unterschiedlichen Eigenschaften erklären, warum beide Sorten gemeinsam sowohl trockene als auch edelsüße, lagerfähige Weine hervorbringen können.

Rebsorte ist nicht gleich Weinstil

Kaum eine Rebsorte zeigt dieses Prinzip anschaulicher als Sauvignon Blanc.

Ein Sancerre von der Loire, ein weißer Bordeaux, ein Sauvignon Blanc aus Marlborough und ein im Holz ausgebauter Fumé können trotz derselben Rebsorte vollkommen unterschiedliche Weinerlebnisse bieten.

Die Rebsorte liefert die genetischen Voraussetzungen. Wie diese im fertigen Wein zum Ausdruck kommen, entscheiden Standort, Klima, Reife, Jahrgang und die Arbeit des Winzers im Weinberg und Keller.

Welches Essen passt zu Sauvignon Blanc?

Aufgrund seiner häufig präsenten Säure kann Sauvignon Blanc ein vielseitiger Speisenbegleiter sein.

Frische Interpretationen können beispielsweise zu Ziegenkäse, Kräuterküche, Gemüse, Fisch, Meeresfrüchten oder leichten Vorspeisen passen. Strukturiertere oder im Holz ausgebaute Weine können auch kräftigere Speisen begleiten.

Entscheidend ist wie immer der konkrete Weinstil: Ein junger, aromatischer Sauvignon Blanc verlangt nach einer anderen Kombination als ein gereifter, komplexer Weißwein aus Bordeaux oder von der Loire.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sauvignon Blanc

Was ist Sauvignon Blanc?
Sauvignon Blanc ist eine alte französische weiße Rebsorte, die heute weltweit angebaut wird. Zu ihren klassischen Herkunftsgebieten gehören insbesondere die Loire und Bordeaux.
Woher kommt Sauvignon Blanc?
Die Rebsorte stammt aus Frankreich und besitzt eine lange Geschichte sowohl im Loiretal als auch in Bordeaux.
Ist Sauvignon Blanc mit Cabernet Sauvignon verwandt?
Ja. Sauvignon Blanc und Cabernet Franc sind die Elternsorten von Cabernet Sauvignon.
Wo wird Sauvignon Blanc angebaut?
Sauvignon Blanc wird heute weltweit angebaut. Bedeutende Herkunftsgebiete liegen unter anderem in Frankreich, Neuseeland, Südafrika, Chile, den USA, Österreich, Italien und Deutschland.
Ist Sancerre Sauvignon Blanc?
Weißer Sancerre wird aus Sauvignon Blanc erzeugt. Sancerre bezeichnet jedoch die geschützte Herkunft an der Loire und nicht die Rebsorte.
Ist Pouilly-Fumé Sauvignon Blanc?
Ja. Weißer Pouilly-Fumé wird aus Sauvignon Blanc erzeugt. Die Herkunft liegt an der Loire rund um Pouilly-sur-Loire.
Was ist der Unterschied zwischen Pouilly-Fumé und Pouilly-Fuissé?
Pouilly-Fumé ist ein Sauvignon-Blanc-Wein von der Loire. Pouilly-Fuissé stammt dagegen aus dem Burgund und wird aus Chardonnay erzeugt.
Was bedeutet Fumé Blanc?
Fumé Blanc ist keine eigene Rebsorte, sondern eine alternative Bezeichnung für Sauvignon-Blanc-Weine, die besonders in den USA verbreitet wurde. Sie wird häufig, aber nicht zwingend, mit einem im Holz ausgebauten Stil verbunden.
Welche Rolle spielt Sauvignon Blanc in Bordeaux?
Sauvignon Blanc gehört zu den wichtigsten weißen Rebsorten Bordeauxs. Sie wird sowohl für trockene Weißweine als auch gemeinsam mit Sémillon für edelsüße Weine verwendet.
Warum werden Sauvignon Blanc und Sémillon verschnitten?
Beide Rebsorten besitzen unterschiedliche Eigenschaften und können sich in einer Cuvée ergänzen. Diese Verbindung ist besonders in Bordeaux traditionell verbreitet.
Wie schmeckt Sauvignon Blanc?
Sauvignon Blanc kann sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig werden Zitrusfrüchte, Kräuter, Stachelbeere, grüne oder tropische Früchte beschrieben. Ein verbindliches Aromaprofil gibt es jedoch nicht.
Warum schmeckt Sauvignon Blanc nach Stachelbeere?
Stachelbeere ist eine häufig verwendete sensorische Assoziation bei Sauvignon Blanc. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Aromaverbindungen und ist kein zwingendes Merkmal jedes Weines.
Warum riecht Sauvignon Blanc manchmal nach Gras?
Pflanzliche und grasige Eindrücke können unter anderem mit natürlich vorkommenden Methoxypyrazinen zusammenhängen. Ihre Ausprägung wird durch Reifegrad, Weinberg und Weinbereitung beeinflusst.
Warum schmeckt Sauvignon Blanc nach Passionsfrucht?
Bestimmte flüchtige Thiole können bei Sauvignon Blanc an Passionsfrucht und andere intensive Fruchtaromen erinnern. Sie werden teilweise während der Gärung aus geruchlosen Vorstufen freigesetzt.
Was sind Pyrazine bei Sauvignon Blanc?
Methoxypyrazine sind natürlich vorkommende, geruchsaktive Verbindungen. Sie können bei Sauvignon Blanc pflanzliche Eindrücke wie Kräuter oder grüne Paprika hervorrufen.
Was sind Thiole bei Sauvignon Blanc?
Flüchtige Thiole sind Aromaverbindungen, die bei Sauvignon Blanc unter anderem mit Zitrus- und tropischen Fruchteindrücken verbunden werden. Ihre Bildung beziehungsweise Freisetzung wird stark von der Gärung beeinflusst.
Hat Sauvignon Blanc viel Säure?
Die Rebsorte kann eine ausgeprägte Säure bewahren. Wie hoch sie tatsächlich ist und wie deutlich sie wahrgenommen wird, hängt jedoch von Klima, Traubenreife und Weinbereitung ab.
Ist Sauvignon Blanc immer trocken?
Nein. Neben trockenen Sauvignon-Blanc-Weinen gibt es auch restsüße und edelsüße Varianten. In Bordeaux kann die Rebsorte beispielsweise Bestandteil botrytisgeprägter Süßweine sein.
Wird Sauvignon Blanc im Holzfass ausgebaut?
Das ist möglich. Neben dem häufigen Ausbau im Edelstahltank können hochwertige Sauvignon-Blanc-Weine auch in Holzfässern vergoren oder ausgebaut werden.
Muss Sauvignon Blanc jung getrunken werden?
Nein. Viele Sauvignon-Blanc-Weine sind für frühen Genuss gedacht, hochwertige und strukturierte Weine können jedoch ein erhebliches Reifepotenzial besitzen.
Ist Sauvignon Blanc immer ein leichter Weißwein?
Nein. Je nach Herkunft, Reifegrad und Ausbau kann Sauvignon Blanc von frisch und leicht bis konzentriert, strukturiert und langlebig reichen.
Was bedeutet mineralisch bei Sauvignon Blanc?
Mineralisch ist ein sensorischer Begriff ohne einheitliche chemische Definition. Er kann beispielsweise straffe, salzig wirkende oder steinartig assoziierte Eindrücke beschreiben. Gestein wird nicht als Geschmack direkt aus dem Boden in die Traube übertragen.
Welches Essen passt zu Sauvignon Blanc?
Je nach Stil kann Sauvignon Blanc gut zu Ziegenkäse, Kräuterküche, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten passen. Kräftigere oder im Holz ausgebaute Varianten können auch gehaltvollere Speisen begleiten.