Wein aus dem Veneto
Das Veneto gehört zu den bedeutendsten und vielfältigsten Weinregionen Italiens. Zwischen Gardasee, den Hügeln rund um Verona, den Voralpen und der Ebene Richtung Adria entstehen Rot-, Weiß- und Schaumweine mit sehr unterschiedlichen Stilrichtungen.
Valpolicella, Amarone und Ripasso stehen für die rote Seite der Region, Soave und Pinot Grigio für ihre Weißweine. Dazu kommen Bardolino, Lugana und die großen Prosecco-Herkünfte im Nordosten. Unterschiedliche Höhenlagen, Böden und klimatische Einflüsse sorgen dafür, dass sich das Veneto kaum auf einen einzigen Weinstil reduzieren lässt.
Inhalt: 0.375 Liter (120,00 €* / 1 Liter)
Inhalt: 0.75 Liter (27,93 €* / 1 Liter)
Venetien – eine der vielfältigsten Weinregionen Italiens
Venetien – italienisch Veneto – gehört zu den bedeutendsten Weinregionen Italiens. Die Weinlandschaft reicht von den Ausläufern der Alpen und den Hügeln rund um Verona und den Gardasee bis in die Ebenen im Osten der Region und in Richtung Adriaküste. Entsprechend unterschiedlich sind Klima, Höhenlagen und Böden – und ebenso vielfältig fallen die Weine aus.
Mit mehr als 100.000 Hektar Rebfläche besitzt Venetien heute eine enorme Dimension. Ein großer Teil der Weinberge ist mit weißen Rebsorten bepflanzt. Neben international bekannten Weinen wie Prosecco entstehen hier jedoch auch einige der traditionsreichsten Herkunftsweine Norditaliens: Soave auf Basis von Garganega sowie Valpolicella, Amarone und Recioto aus den roten Sorten rund um Corvina gehören zu den bekanntesten Beispielen.
Zwischen Alpen, Gardasee und Adriaküste
Venetien lässt sich kaum auf ein einziges Weinbauklima reduzieren. Im Norden reichen die Weinberge bis an die Voralpen heran, während weiter südlich und östlich deutlich flachere Landschaften dominieren. Rund um Verona treffen Hügelketten, Täler und die klimatisch ausgleichende Wirkung des Gardasees aufeinander. In anderen Teilen der Region spielen wiederum die Nähe zur Adria und die weiten Ebenen des Veneto eine größere Rolle.
Auch geologisch ist die Region nicht einheitlich. Kalkhaltige Formationen finden sich ebenso wie vulkanisch geprägte Böden, Moränenablagerungen, Ton, Sand und Schwemmland. Gerade deshalb ist es wenig sinnvoll, von einem einzigen „typischen Venetien-Wein“ zu sprechen. Herkunft, Rebsorte, Höhenlage, Ertrag und die Arbeit des Winzers können innerhalb derselben Region vollkommen unterschiedliche Weine hervorbringen.
Verona: Valpolicella, Amarone und Bardolino
Der westliche Teil Venetiens rund um Verona gehört zu den international bekanntesten Weinlandschaften der Region. Nördlich von Verona liegt das Valpolicella-Gebiet, dessen Weinberge sich über Hügel und Täler zwischen dem Gardasee und den Lessinischen Bergen erstrecken. Die geschützte Herkunft umfasst die historische Classica-Zone, das Valpantena sowie weitere östlich gelegene Täler.
Im Mittelpunkt steht hier Corvina Veronese . Gemeinsam mit Corvinone und Rondinella bildet sie die Grundlage der klassischen Valpolicella-Weine. Dabei kann aus denselben regionalen Rebsorten ein erstaunlich breites Spektrum entstehen: vom vergleichsweise frischen Valpolicella über Valpolicella Ripasso bis zu Amarone della Valpolicella und dem süßen Recioto.
Gerade diese Bandbreite zeigt, wie stark die Weinbereitung den Charakter eines Weines verändert. Valpolicella kann jung und unmittelbar ausgebaut werden, während für Amarone gesunde Trauben nach der Lese zunächst über einen längeren Zeitraum getrocknet werden. Durch dieses sogenannte Appassimento verlieren die Beeren Wasser, wodurch sich Zucker und andere Inhaltsstoffe konzentrieren. Nach der Gärung entstehen daraus wesentlich kraftvollere und alkoholreichere Weine.
Beim Ripasso wird ein anderer Weg gewählt: Bereits vergorener Valpolicella kommt nochmals mit den festen Bestandteilen der Amarone- oder Recioto-Bereitung in Kontakt. Dadurch können Struktur, Körper und aromatische Tiefe zunehmen. Hinter dem Begriff Valpolicella verbergen sich deshalb keineswegs Weine eines einzigen Geschmacksprofils.
Weil sich bestimmte strukturelle Eigenschaften auch bei Weinen anderer Herkunft wiederfinden können, ordnen wir einen Teil unseres Sortiments zusätzlich nach Geschmackswelten. Hier finden Sie unsere Auswahl an Rotweinen im Valpolicella-Stil .
Soave und Garganega – die weiße Seite Venetiens
Östlich von Verona beginnt eine weitere historische Weinlandschaft Venetiens: Soave. Im Mittelpunkt steht die weiße Rebsorte Garganega. Besonders in den traditionellen Hügellagen zeigt sich, warum die Herkunft nicht allein über den Namen einer Rebsorte erklärt werden kann. Höhenlage, Exposition und unterschiedliche geologische Formationen schaffen innerhalb des Anbaugebietes sehr verschiedene Voraussetzungen für die Reben.
Soave besitzt zugleich eine Geschichte, die exemplarisch für manche berühmte italienische Herkunft steht: Große Produktionsmengen machten den Namen international bekannt, führten aber auch dazu, dass sehr unterschiedliche Qualitätsvorstellungen unter derselben Herkunftsbezeichnung auf den Markt gelangten. Handwerklich arbeitende Betriebe zeigen heute wieder deutlicher, welches Potenzial Garganega insbesondere in den Hügellagen besitzt.
Prosecco und die Weinlandschaft im Nordosten
Im Nordosten Venetiens, besonders in der Provinz Treviso, prägt Glera große Teile der Weinlandschaft. Aus ihr entsteht Prosecco. Dabei bezeichnet „Prosecco“ heute nicht die Rebsorte, sondern eine geschützte Herkunft; die Rebsorte selbst heißt Glera.
Innerhalb dieser großen Weinwelt muss wiederum zwischen verschiedenen Herkünften unterschieden werden. Neben der weit gefassten Prosecco DOC besitzt insbesondere das hügelige Gebiet zwischen Conegliano und Valdobbiadene eine eigenständige, historisch gewachsene Weinbauidentität. Die enorme internationale Bekanntheit des Namens Prosecco darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, wie unterschiedlich Herkunft, Anbaumethoden und Qualitätsanspruch innerhalb der Region sein können.
Die wichtigsten Rebsorten Venetiens
Die mit Abstand wichtigste Rebsorte der Region ist heute Glera. Daneben besitzen Pinot Grigio und Garganega große Rebflächen. Bei den roten Sorten nimmt Corvina eine besondere Stellung ein; hinzu kommen unter anderem Corvinone, Rondinella sowie international verbreitete Sorten wie Merlot.
Für das Verständnis der traditionellen Weine Venetiens sind jedoch gerade die regional verwurzelten Rebsorten entscheidend. Garganega ist eng mit Soave verbunden, während Corvina, Corvinone und Rondinella die Geschichte des Valpolicella geprägt haben. Sie zeigen exemplarisch, dass die Weinidentität Venetiens trotz seiner großen Produktionsmengen weit mehr umfasst als international erfolgreiche Marken- und Weinstile.
Moderner Weinbau und traditionelle Herkunft
Venetien steht heute wie kaum eine andere italienische Weinregion zwischen großer internationaler Nachfrage und kleinteiliger Herkunft. Prosecco, Pinot Grigio, Soave, Valpolicella und Amarone gehören zu Namen, die weit über Italien hinaus bekannt sind. Entsprechend groß sind die Unterschiede zwischen stark mengenorientierter Produktion und Weinen, bei denen einzelne Weinberge, traditionelle Rebsorten und handwerkliche Arbeitsweisen im Mittelpunkt stehen.
Für die Weinentscheidung lohnt es sich deshalb, nicht allein nach einem bekannten Namen auf dem Etikett zu suchen. Gerade in Venetien sagen Herkunft, Standort, Rebsorten, Erträge und Ausbau häufig mehr über einen Wein aus als die Bekanntheit seiner Appellation. Zwischen einem unkomplizierten Alltagswein und einem herkunftsgeprägten Soave oder Valpolicella können innerhalb derselben Region beträchtliche Unterschiede liegen.