Syrah
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Syrah & Shiraz – eine Rebsorte, viele Weinstile
Syrah gehört zu den bedeutendsten roten Rebsorten der internationalen Weinwelt. Ihre historischen Wurzeln liegen in Frankreich, besonders eng verbunden ist die Sorte mit der Rhône. In Australien ist dieselbe Rebsorte vor allem unter dem Namen Shiraz bekannt.
Die unterschiedlichen Namen haben zu der verbreiteten Vorstellung geführt, Syrah und Shiraz seien zwei verschiedene Rebsorten oder bezeichneten zwingend zwei klar voneinander getrennte Weinstile. Beides ist nicht richtig: Genetisch handelt es sich um dieselbe Rebsorte.
Wie unterschiedlich ihre Weine ausfallen können, hängt vielmehr von Klima, Standort, Ertrag, Lesezeitpunkt und Weinbereitung ab. Gerade Syrah ist deshalb ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wenig sich der Geschmack eines Weines allein aus seinem Rebsortennamen ableiten lässt.
Sind Syrah und Shiraz dieselbe Rebsorte?
Ja. Syrah und Shiraz sind zwei Namen für dieselbe Rebsorte.
Syrah ist die traditionelle französische Bezeichnung. Shiraz hat sich besonders in Australien etabliert und wird heute auch von Erzeugern in anderen Ländern verwendet.
Aus der Bezeichnung allein lässt sich jedoch nicht zuverlässig ableiten, wie kräftig, reif, frisch oder alkoholreich ein konkreter Wein ausfällt. Manche Erzeuger nutzen die Namenswahl bewusst als stilistischen Hinweis, eine verbindliche Regel ist das jedoch nicht.
Woher stammt Syrah?
Die Herkunft der Rebsorte wurde über lange Zeit von zahlreichen Legenden begleitet. Besonders häufig wurde eine Verbindung zur persischen Stadt Shiraz hergestellt.
Genetische Untersuchungen haben diese Geschichten jedoch widerlegt. Syrah entstand aus einer natürlichen Kreuzung zweier alter französischer Rebsorten und besitzt ihre genetischen Wurzeln in Frankreich.
Die historische Verbindung zur Rhône passt damit wesentlich besser zu den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen als die romantische Persien-Erzählung.
Welche Elternsorten hat Syrah?
Syrah entstand aus einer natürlichen Kreuzung von Mondeuse Blanche und Dureza.
Mondeuse Blanche ist eine alte weiße Rebsorte aus dem französischen Alpenraum. Dureza ist eine heute sehr seltene rote Rebsorte aus dem französischen Département Ardèche.
Die genetische Abstammung liefert damit einen deutlichen Hinweis auf den französischen Ursprung der Sorte.
Kommt Shiraz aus Persien?
Nein. Die oft erzählte Geschichte, nach der die Rebsorte aus der persischen Stadt Shiraz nach Europa gelangt sei, lässt sich genetisch nicht bestätigen.
Auch andere historische Legenden, die den Ursprung beispielsweise in Syrakus auf Sizilien verorten, gelten heute nicht als überzeugende Erklärung der Rebsortengeschichte.
DNA-Untersuchungen identifizierten Dureza und Mondeuse Blanche als Elternsorten und verorten die genetische Herkunft damit eindeutig im französischen Rebsortenbestand.
Wo wird Syrah angebaut?
Syrah wird heute in zahlreichen Weinbauländern kultiviert. Neben Frankreich und Australien findet man die Rebsorte unter anderem in Spanien, Italien, Südafrika, Chile, Argentinien und den USA.
Besonders prägend bleiben zwei große Weinwelten: die französische Rhône und Australien.
Schon innerhalb dieser beiden Herkunftsräume entstehen jedoch sehr unterschiedliche Weine. „Französischer Syrah“ und „australischer Shiraz“ sind deshalb ebenfalls keine einheitlichen Geschmacksstile.
Welche Bedeutung hat Syrah an der Rhône?
Die Rhône ist die historische Referenzregion der Rebsorte.
Besonders an der nördlichen Rhône prägt Syrah einige der berühmtesten Rotweinappellationen Frankreichs, darunter Côte-Rôtie, Hermitage, Crozes-Hermitage, Saint-Joseph und Cornas.
Weiter südlich verändert sich ihre Rolle. Dort steht sie häufig gemeinsam mit Grenache, Mourvèdre, Carignan oder Cinsault in den Weinbergen und Cuvées.
Was ist der Unterschied zwischen nördlicher und südlicher Rhône?
Die Rhône umfasst keinen einheitlichen Weinbauraum. Zwischen dem nördlichen und südlichen Teil bestehen erhebliche Unterschiede bei Klima, Landschaft und Rebsortenspiegel.
Im Norden besitzt Syrah bei den Rotweinen eine herausragende Stellung. In mehreren Crus bildet sie die alleinige oder zentrale rote Rebsorte.
Im südlichen Rhônegebiet ist dagegen die Kunst der Cuvée wesentlich stärker verbreitet. Hier trifft Syrah häufig auf Grenache, Mourvèdre und weitere mediterrane Sorten.
Welche Rolle spielt Syrah in Côte-Rôtie?
Côte-Rôtie gehört zu den berühmtesten Herkünften der nördlichen Rhône.
Syrah bildet die Grundlage der Rotweine. Eine Besonderheit besteht darin, dass dort auch die weiße Rebsorte Viognier gemeinsam mit Syrah verwendet werden darf.
Die Verbindung beider Sorten gehört zu den historischen Besonderheiten der Appellation und zeigt zugleich, dass selbst einige der berühmtesten „Syrah-Weine“ nicht zwingend zu 100 Prozent aus Syrah bestehen müssen.
Warum wird Syrah mit Viognier gemeinsam vergoren?
Die gemeinsame Verarbeitung von Syrah und Viognier besitzt insbesondere in Côte-Rôtie eine lange Tradition.
Kleine Mengen der weißen Rebsorte können die Aromatik und Struktur einer Cuvée beeinflussen. Entscheidend ist dabei nicht einfach die Vorstellung, Viognier mache Syrah „fruchtiger“, sondern das komplexe Zusammenspiel während der gemeinsamen Gärung.
Moderne Erzeuger entscheiden sehr unterschiedlich, ob und in welchem Umfang sie Viognier einsetzen.
Welche Rolle spielt Syrah in Hermitage?
Hermitage gehört zu den historischen Spitzenlagen der nördlichen Rhône.
Für die Rotweine bildet Syrah die zentrale Rebsorte. Die Appellation besitzt nur eine kleine Rebfläche und liegt rund um den berühmten Hügel von Hermitage bei Tain-l'Hermitage.
Hochwertige Rotweine aus Hermitage gehören zu den klassischen Beispielen dafür, dass Syrah ein erhebliches Reifepotenzial besitzen kann.
Welche Rolle spielt Syrah in Cornas?
Cornas liegt am rechten Rhôneufer südlich von Saint-Joseph und gehört ebenfalls zur nördlichen Rhône.
Für roten Cornas ist Syrah die einzige zugelassene Rebsorte. Damit gehört die Appellation zu den besonders klaren Beispielen für reinsortigen Syrah innerhalb des französischen Herkunftssystems.
Die steilen Weinberge und die unterschiedlichen Granitformationen der Appellation schaffen Wachstumsbedingungen, die sich deutlich von anderen Syrah-Gebieten unterscheiden können.
Welche Rolle spielt Syrah in Crozes-Hermitage?
Crozes-Hermitage ist die flächenmäßig größte Appellation der nördlichen Rhône.
Die roten Weine werden aus Syrah erzeugt. Gleichzeitig umfasst das Gebiet sehr unterschiedliche Standorte mit Ton, Kies, Kalk, Sand und weiteren Bodenformationen.
Schon innerhalb einer einzigen Appellation kann Syrah deshalb unterschiedliche Ausdrucksformen entwickeln. Der Name Crozes-Hermitage bezeichnet keinen einzigen festgelegten Geschmack.
Welche Rolle spielt Syrah an der südlichen Rhône?
Im Süden der Rhône steht Syrah häufig nicht allein, sondern ist Teil traditioneller Cuvées.
Besonders wichtig sind dort Kombinationen mit Grenache und Mourvèdre. Je nach Herkunft können außerdem Cinsault, Carignan und weitere Sorten beteiligt sein.
Welche Funktion Syrah innerhalb einer solchen Cuvée übernimmt, hängt von den jeweiligen Trauben und dem gewünschten Wein ab. Eine pauschale Zuordnung wie „Syrah liefert Farbe und Würze“ greift deshalb zu kurz.
Was bedeutet GSM beim Wein?
GSM steht für Grenache, Syrah und Mourvèdre.
Die Kombination dieser drei Rebsorten besitzt ihre historischen Wurzeln im südfranzösischen Weinbau und wurde später insbesondere in Australien unter der Abkürzung GSM bekannt.
Die Zusammensetzung kann stark variieren. Ein GSM-Wein muss deshalb keineswegs immer gleich schmecken oder aus gleichen Anteilen der drei Sorten bestehen.
Welche Bedeutung hat Shiraz in Australien?
Shiraz ist die am weitesten verbreitete Weinrebsorte Australiens und wird praktisch in allen Weinregionen des Landes angebaut.
Wine Australia weist rund 40.000 Hektar Rebfläche aus. Damit besitzt die Sorte eine zentrale Bedeutung für die Geschichte und Gegenwart des australischen Weinbaus.
Die enorme geografische Verbreitung erklärt zugleich, warum es keinen einzigen australischen Shiraz-Geschmack gibt. Klima und Standort reichen von vergleichsweise kühlen bis zu ausgesprochen warmen Bedingungen.
Seit wann gibt es Shiraz in Australien?
Syrah gelangte bereits im 19. Jahrhundert nach Australien und entwickelte sich dort unter der Bezeichnung Shiraz zu einer der prägenden Rebsorten des Landes.
Australien besitzt heute einige der ältesten noch produktiven Shiraz-Weinberge der Welt. Wine Australia nennt historische Pflanzungen im Barossa Valley aus den 1840er-Jahren.
Einige dieser alten Anlagen überstanden die Reblauskrise und sind bis heute wurzelecht.
Was ist Barossa Shiraz?
Das Barossa Valley in South Australia gehört zu den international bekanntesten Herkunftsgebieten für Shiraz.
Das warme Klima kann hohe Traubenreife ermöglichen, doch auch innerhalb Barossas unterscheiden sich Höhenlage, Boden, Exposition und Mikroklima.
Entsprechend reicht die Bandbreite vom kraftvollen, konzentrierten Rotwein bis zu differenzierteren Interpretationen. „Barossa Shiraz“ ist deshalb eine Herkunftsbezeichnung und keine vollständige Geschmacksbeschreibung.
Ist Shiraz immer kräftiger als Syrah?
Nein. Häufig wird behauptet, Syrah stehe für einen kühleren, feineren Stil und Shiraz für einen kräftigeren, reiferen Wein.
Als grobe Orientierung kann diese Namenswahl bei einzelnen Erzeugern funktionieren. Eine verbindliche Regel ist sie jedoch nicht.
Ein australischer Produzent kann seinen Wein Syrah nennen, ein französischer oder südafrikanischer Erzeuger Shiraz. Entscheidend für den Stil sind Herkunft, Reife und Weinbereitung – nicht das Wort auf dem Etikett.
Wie beeinflusst das Klima Syrah?
Syrah reagiert deutlich auf unterschiedliche klimatische Bedingungen.
In kühleren beziehungsweise gemäßigten Gebieten können Trauben langsamer reifen und eine andere Balance aus Zucker, Säure und phenolischer Reife entwickeln als in sehr warmen Regionen.
In warmen Bedingungen können Zuckerreife und damit potenzieller Alkohol stärker ansteigen. Entscheidend bleibt jedoch der konkrete Standort: Die Einteilung in „kühl“ und „warm“ allein erklärt einen Wein noch nicht vollständig.
Wann reift Syrah?
Syrah gehört zu den Rebsorten mit mittlerer bis später Reife.
Der geeignete Lesezeitpunkt hängt stark von Jahrgang, Standort und gewünschtem Weinstil ab. Zuckerreife, Säure, Beerenschalen, Kerne und Aromavorstufen entwickeln sich dabei nicht immer im gleichen Tempo.
Gerade deshalb kann die Entscheidung über den Erntezeitpunkt bei Syrah einen erheblichen Einfluss auf Alkohol, Frische, Gerbstoffstruktur und Aromatik des späteren Weines besitzen.
Wie schmeckt Syrah?
Bei Syrah werden häufig dunkle Früchte, Veilchen, Oliven, Kräuter, Rauch und Pfeffer als sensorische Assoziationen genannt.
Diese Beschreibungen können bei konkreten Weinen sinnvoll sein, bilden aber kein verpflichtendes Aromaprofil der Rebsorte.
Besonders Klima, Traubenreife, Ganztraubenanteil, Gärung, Extraktion, Holz und Flaschenreife können verändern, welche Eindrücke später tatsächlich im Glas wahrgenommen werden.
Warum kann Syrah nach Pfeffer riechen?
Die häufig beschriebene Pfeffernote bei Syrah besitzt einen wissenschaftlich besonders interessanten Hintergrund.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Verbindung Rotundon. Sie besitzt bereits in sehr geringer Konzentration einen ausgeprägt pfeffrigen Geruch und wurde in Syrah-Weinen als bedeutender Aromastoff identifiziert.
Nicht jeder Syrah enthält Rotundon jedoch in gleicher Konzentration und nicht jeder Mensch nimmt die Verbindung gleich intensiv wahr. „Syrah schmeckt immer nach Pfeffer“ wäre deshalb wiederum zu pauschal.
Warum schmeckt nicht jeder Syrah pfeffrig?
Die Bildung und Konzentration aromatischer Verbindungen wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst.
Standort, Temperatur, Traubenreife und Weinbereitung können dazu beitragen, dass pfeffrige Eindrücke bei einem Wein deutlich hervortreten und bei einem anderen kaum wahrnehmbar sind.
Hinzu kommen individuelle Unterschiede bei der menschlichen Geruchswahrnehmung. Selbst derselbe Wein wird deshalb nicht von jedem Verkoster identisch beschrieben.
Warum wird Syrah manchmal mit Oliven beschrieben?
Schwarze oder grüne Olive gehört zu den häufig verwendeten sensorischen Assoziationen bei bestimmten Syrah-Weinen, insbesondere bei eher herzhaften, weniger primärfruchtigen Interpretationen.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Oliven dem Wein zugesetzt werden oder jede Syrah-Traube bereits nach Olive schmeckt.
Solche Begriffe dienen der sprachlichen Beschreibung komplexer Geruchseindrücke des fertigen Weines.
Hat Syrah viel Farbe?
Syrah kann sehr farbintensive Rotweine hervorbringen. Die Beerenschalen enthalten entsprechende Farbpigmente, die während der Maischegärung extrahiert werden können.
Wie dunkel der fertige Wein tatsächlich wird, hängt zusätzlich von Reife, Dauer und Temperatur der Extraktion sowie weiteren Faktoren der Weinbereitung ab.
Eine besonders dunkle Farbe ist dabei kein eigenständiges Qualitätsmerkmal.
Hat Syrah viele Tannine?
Syrah kann eine ausgeprägte Gerbstoffstruktur besitzen und eignet sich deshalb grundsätzlich für strukturierte und lagerfähige Rotweine.
Die Menge und Wahrnehmung der Tannine wird jedoch wesentlich durch Traubenreife und Kellerarbeit beeinflusst.
Maischestandzeit, Temperatur, Pressung, Ganztraubenanteil und Ausbau können aus demselben Ausgangsmaterial sehr unterschiedliche Gerbstoffstrukturen entstehen lassen.
Was bedeutet Ganztraubenvergärung bei Syrah?
Bei der Ganztraubenvergärung werden Trauben teilweise oder vollständig mitsamt ihren Stielen vergoren, anstatt vor der Gärung vollständig entrappt zu werden.
Diese Methode besitzt an der Rhône eine lange Tradition und wird heute auch in anderen Syrah-Regionen eingesetzt.
Die Stiele können Gerbstoffstruktur und Aromatik beeinflussen. Voraussetzung ist jedoch ausreichend geeignetes, reifes Rappenmaterial. Ganztrauben sind deshalb weder automatisch traditioneller noch automatisch hochwertiger.
Was bedeutet Entrappen bei Syrah?
Beim Entrappen werden die Beeren vor der Gärung von den Stielen beziehungsweise Rappen getrennt.
Dadurch reduziert sich der Einfluss der Stiele auf Gerbstoffe und Aromatik. Viele moderne Syrah-Weine werden vollständig oder teilweise entrappt.
Zwischen hundert Prozent Ganztrauben und vollständigem Entrappen existieren zahlreiche Zwischenstufen. Die Entscheidung gehört zum stilistischen Werkzeug des Winzers.
Welche Rolle spielt die Extraktion bei Syrah?
Während der Rotweingärung werden Farbe, Gerbstoffe und Aromakomponenten aus den Beerenschalen und gegebenenfalls Stielen gelöst.
Temperatur, Dauer der Maischegärung und mechanische Verfahren wie Unterstoßen oder Überpumpen beeinflussen die Intensität dieser Extraktion.
Mehr Extraktion bedeutet nicht automatisch mehr Qualität. Je nach Traubenmaterial kann eine zurückhaltendere Verarbeitung einen feineren und ausgewogeneren Wein ergeben.
Wird Syrah im Holzfass ausgebaut?
Syrah kann im Holzfass ausgebaut werden, muss es aber nicht.
An der Rhône kommen traditionell sowohl größere Holzgebinde als auch kleinere Fässer zum Einsatz. In Australien und anderen Weinbauländern reicht das Spektrum ebenfalls von neutralen Gebinden bis zu neuem Barrique.
Größe, Alter und Herkunft des Holzes sowie Dauer des Ausbaus beeinflussen Sauerstoffkontakt, Textur und Aromatik unterschiedlich stark.
Kann Syrah ohne Holz ausgebaut werden?
Ja. Syrah kann ebenso in Edelstahl, Beton oder anderen neutralen Gebinden ausgebaut werden.
Solche Verfahren können sinnvoll sein, wenn der Einfluss des Ausbaugefäßes bewusst gering gehalten werden soll.
Holz ist daher weder Voraussetzung für Syrah noch automatisch ein Qualitätsmerkmal.
Welche Rolle spielt Beton bei Syrah?
Betonbehälter werden sowohl für Gärung als auch Ausbau von Rotwein eingesetzt.
Anders als neues Holz geben sie keine typischen Holzaromen an den Wein ab. Je nach Bauweise können sie dennoch andere Bedingungen für Temperatur und Sauerstoffaustausch schaffen als Edelstahl.
Besonders bei Erzeugern, die einen möglichst geringen aromatischen Einfluss des Ausbaugefäßes wünschen, kann Beton deshalb interessant sein.
Kann Syrah spontan vergoren werden?
Ja. Syrah kann mit natürlich vorhandenen Hefen spontan oder mit ausgewählten Reinzuchthefen vergoren werden.
Beide Verfahren können hochwertige Weine hervorbringen. Eine Spontangärung ist weder automatisch natürlicher im Geschmack noch ein Qualitätsbeweis.
Entscheidend sind gesundes Traubenmaterial, Gärbedingungen und die Kontrolle des gesamten Prozesses.
Wird Syrah auch als Rosé ausgebaut?
Ja. Aus Syrah können neben Rotweinen auch Roséweine entstehen.
Entscheidend ist vor allem die Dauer des Kontakts zwischen Most und Beerenschalen. Wird der Saft früh von den Schalen getrennt, gelangen weniger Farbpigmente und Gerbstoffe in den Wein.
Rosé ist damit keine eigene Syrah-Variante, sondern das Ergebnis einer anderen Weinbereitung.
Kann Syrah lange reifen?
Hochwertiger Syrah kann ein erhebliches Reifepotenzial besitzen.
Besonders strukturierte Weine aus klassischen Herkünften der nördlichen Rhône und hochwertige australische Shiraz können sich über viele Jahre oder Jahrzehnte entwickeln.
Nicht jeder Syrah ist jedoch für lange Lagerung bestimmt. Leichtere und unmittelbar fruchtbetonte Varianten können bewusst für einen frühen Genuss erzeugt werden.
Wie verändert sich Syrah mit der Flaschenreife?
Mit zunehmender Reife können unmittelbare Fruchteindrücke zurücktreten und komplexere sensorische Assoziationen entstehen.
Häufig werden bei gereiften Weinen unter anderem Leder, Kräuter, Rauch, Erde, Fleisch, Tabak oder Gewürze beschrieben.
Gleichzeitig können sich Gerbstoffe sensorisch stärker integrieren. Welche Entwicklung tatsächlich stattfindet, hängt von Herkunft, Jahrgang, Konzentration und Ausbau ab.
Was ist der Unterschied zwischen Syrah und Grenache?
Syrah und Grenache sind zwei eigenständige rote Rebsorten.
Besonders an der südlichen Rhône werden beide häufig miteinander kombiniert. Grenache besitzt andere weinbauliche Voraussetzungen und kann unter warmen Bedingungen hohe Zuckerreife erreichen, während Syrah andere Beiträge zu Struktur und Aromatik leisten kann.
Ihre konkrete Rolle in einer Cuvée hängt jedoch vom jeweiligen Wein ab und sollte nicht auf eine einfache Formel reduziert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Syrah und Mourvèdre?
Syrah und Mourvèdre sind eigenständige Rebsorten, die besonders im südfranzösischen und australischen Weinbau häufig gemeinsam auftreten.
Mourvèdre reift in der Regel später und stellt andere Ansprüche an Wärme und Vegetationsperiode.
Zusammen mit Grenache bilden beide die klassische Rebsortenkombination, die international häufig als GSM bezeichnet wird.
Was ist der Unterschied zwischen Syrah und Cabernet Sauvignon?
Syrah und Cabernet Sauvignon können beide farbintensive, strukturierte und lagerfähige Rotweine hervorbringen, sind aber genetisch und weinbaulich unterschiedliche Rebsorten.
Besonders in Australien besitzt die Kombination aus Shiraz und Cabernet Sauvignon eine eigene Tradition.
Dass sich beide Sorten für kräftige Rotweine eignen, bedeutet jedoch nicht, dass ihre Weine grundsätzlich ähnlich schmecken.
Warum wird Shiraz mit Cabernet Sauvignon verschnitten?
Die Kombination von Shiraz und Cabernet Sauvignon gehört zu den klassischen australischen Cuvée-Traditionen.
Unterschiedliche Säure-, Gerbstoff- und Aromastrukturen können sich in einer Cuvée ergänzen. Welche Sorte welchen Anteil besitzt, unterscheidet sich jedoch von Wein zu Wein.
Auch hier gilt deshalb: Eine Cuvée ist keine mathematische Addition feststehender Rebsortenaromen.
Ist Syrah eine mediterrane Rebsorte?
Syrah ist heute in vielen mediterran geprägten Weinregionen verbreitet, stammt jedoch aus dem französischen Rebsortenbestand im Umfeld der Rhône und des Alpenraums.
Die Sorte kann sowohl in gemäßigten als auch in wärmeren Regionen erfolgreich kultiviert werden. Wine Australia beschreibt Shiraz entsprechend als vergleichsweise anpassungsfähig.
„Mediterran“ beschreibt deshalb eher bestimmte Anbaubedingungen und Weinregionen als die vollständige Identität der Rebsorte.
Ist Syrah immer ein schwerer Rotwein?
Nein. Das Bild des schweren Syrah beziehungsweise Shiraz stammt besonders von sehr reifen, konzentrierten Weinstilen aus warmen Regionen.
In anderen Herkünften können deutlich frischere, feinere und moderat alkoholische Interpretationen entstehen.
Auch innerhalb Australiens reicht das Spektrum laut Wine Australia von mittelkräftigen bis zu körperreichen Weinen. Die Rebsorte allein legt den Körper also nicht fest.
Rebsorte ist nicht gleich Weinstil
Kaum eine Rebsorte macht diesen Grundsatz so anschaulich wie Syrah beziehungsweise Shiraz.
Ein Syrah von der nördlichen Rhône, ein GSM aus dem südlichen Rhônegebiet und ein Shiraz aus Australien können aus derselben Rebsorte beziehungsweise mit derselben Rebsorte erzeugt sein und dennoch vollkommen unterschiedlich ausfallen.
Die Genetik der Rebsorte bildet lediglich den Ausgangspunkt. Klima, Standort, Ertrag, Lesezeitpunkt, Ganztraubenanteil, Extraktion, Gärung, Ausbau und Flaschenreife formen daraus den konkreten Wein.
Welches Essen passt zu Syrah oder Shiraz?
Die passende Speise richtet sich vor allem nach dem konkreten Weinstil.
Frischere, feinere Syrah-Weine können beispielsweise zu Geflügel, Pilzgerichten, Lamm oder gegrilltem Gemüse passen. Strukturiertere Varianten können kräftigeres Fleisch, Schmorgerichte oder Wild begleiten.
Sehr reife, alkoholreiche Shiraz-Weine benötigen wiederum andere Speisen als ein kühler, schlanker Syrah. Entscheidend sind Säure, Alkohol, Gerbstoffstruktur und Konzentration des jeweiligen Weines.